Da bricht Er ins Knie wie gefällt. Er fühlt mit einmal die ganze Welt Wahr und in ihrem unendlichen Leid. Sein Körper bebt, Weißer Schaum umspült seine Zähne, Krampf hat seine Züge entstellt, Doch Tränen Tränken selig sein Sterbekleid. Denn er fühlt, daß, erst seit Er die bittern Lippen des Todes berührt, Sein Herz die Süße des Lebens spürt. Seine Seele glüht nach Martern und Wunden, Und ihm wird klar, Daß er in dieser einen Sekunde Jener andere war, Der vor tausend Jahren am Kreuze stand, Und daß er, wie Er, Seit jenem brennenden Todeskuß Um des Leidens das Leben liehaben muß
Stefan Zweig










