1 Jahr kein Kleiderkauf
Letztes Jahr Anfang November habe ich ja, wie hier gepostet, mal meinen Kleiderkasten aussortiert. Auf Grund der Tatsache, dass er dermaßen überfüllt war, habe ich auch beschlossen 1 Jahr lang keine neuen Kleider mehr zu kaufen (mit Ausnahme einer neuen Jean für die Arbeit, dass so ein kauf ansteht war klar, denn die geflickten Hosen sind eher Freizeitvergnügen und nicht tauglich für den Arbeitsplatz).
Nun nach ca. 4 Monaten wollte ich mal ein erstes Resümee zu meinem Shopping Verzicht schreiben. Tatsächlich empfinde ich es jetzt nur als schwer, wenn ich dann wirklich an Läden vorbei gehe und vielleicht etwas sehe, dass ich irgendwie haben möchte aber eigentlich nicht brauche, also ist es schon mal eine gute Strategie sich von der Versuchung fern zu halten, wo ich persönlich finde, dass mir da die Corona Krise durchaus entgegen kommt. :-P
Tatsächlich ist es so, dass ich eigentlich immer noch am Ausmisten bin, immer wieder entdecke ich in meinem Kleiderschrank Dinge, die nicht mehr passen oder komplett umsonst sind und die derzeit, dann mal vorerst alle in einem Koffer verschwinden. Man kann also sagen, ich schwimme noch immer und nach wie vor im Überfluss. Und zu viel Übfluss ist auch nicht gut, denn am Ende des Tages wenn man das Zeug wieder loswerden will, weil man plötzlich dahinter kommt, dass man es doch nicht braucht, ist auch die Frage: “Wohin damit?!” Eins ist für mich schon mal klar - nicht in den Müll!
Dann ist es halt auch so, dass Ausmisten nur ein Teil des Themas ist, die Schwierigkeit mit dem Ausmisten besteht ja daran, danach nicht gleich wieder alles voll zumüllen und das ist in unserer heutigen Gesellschaft wo wir von Werbung und dergleichen Tag ein, Tag aus bombardiert werden, tatsächlich gar nicht so einfach. Und kaufen ist ja dann nochmal so viel schöner, weil es uns jedes Mal, wenn wir etwas kaufen, Glücksgefühle vermittelt, ein Dopaminkick im Gehirn, der leider aber auch schnell wieder abebbt und – wie bei einer Sucht – mehr fordert! In diesem Zusammenhang, ist es deshalb auch sinnvoll sich diesen Stoff auf anderem Wege zu holen, Nunu Kaller schreibt in ihrem Buch „Kauf mich“ (übrigens ein sehr gutes Buch in dem sie sich ausführlich mit dem Thema „Shopping“ und warum wir kaufen, was wir kaufen beschäftigt), dass sie sich z.B. in Sport versucht hat. Ich persönlich muss sagen, dass ich neben meiner täglichen Walkingrunde, mich derzeit auch sehr viel mit mir selbst beschäftige, tatsächlich ist ja so ein Dopaminkick die eine Seite, aber auch so eine gewisse Grund Zufriedenheit mit sich selbst und der Welt, kann nicht schaden. Denn wenn man alles reihum nur noch stressig und Scheiße findet, sucht der Körper natürlich noch viel extremer nach irgendwelchen Aktivitäten die einem möglichst schnell, möglichst viel Glück vermitteln bzw. einem einen ordentlichen Dopaminkick bescheren.
Wie oben angemerkt, habe ich mir noch eine Jeans für die Arbeit gekauft, die nicht schon gefühlt 1000x geflickt wurde. Ein teures Modell von Levis, in der Hoffnung, dass ich mal eine Jeans länger tragen kann als 4 – 5 Monate ohne sie flicken zu müssen. Tatsächlich ist der Stoff und einiges dicker und ich bin bis jetzt sehr positiv überrascht, wechselt man von der teuren Levis Jeans zu den billigen C&A Jeans hat man das Gefühl von einer Jeans in eine Leggins zu wechseln. Da wundert es nicht, dass die Dinger so schnell kaputt gehen. Im Übrigen möchte ich hier keine Werbung für Levis machen, ich weiß von der Produktion selbst gar nichts, was diese Jeans betrifft und bin mir sicher, dass eine solche Jeans auch noch nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Es gibt durchaus Jeans die auch fair Produziert werden, ich wage zu bezweifeln, dass hier die Levis Jeans dazu gehören. Aber ich probiere gerade Kleidung vor dem Kauf irrsinnig gerne an, und andere Optionen gibt es bei uns in der Gegend (noch) nicht. Generell ist so das Thema nachhaltige/fair Produzierte Kleidung etwas das bei uns noch seeehr ausbaufähig ist. Wer sich für nachhaltige Kleidung interessiert, dem sei an dieser Stelle das Buch „Fashion Changers – Wie wir mit fairer Mode die Welt verändern können“ von Jana Braumüller ans Herz gelegt, wo neben allgemeinen Infos zu Kleidung und Industrie auch jede Menge Unternehmer vorgestellt werden die nach nachhaltigen und fairen Lösungen in dieser Branche suchen.















