Der Grundgedanke des Leichttrabens war es also – dem nicht gut ausgebildeten Reiter-Pferd-Paar ein „Fortbewegen“ – so bequem wie möglich zu gestalten. In der niveauvollen Dressur – hatte es keine Daseinsberechtigung. Doch wie kommt es also – dass heute alle Welt in dieser früher so verpöhnten Art und Weise, wie selbstverständlich in den Vierecken unterwegs ist? Interessanterweise findet sich der Grund darin nicht in der Weiterentwicklung der „Reitkunst“ – sondern in der Herabsetzung des Niveaus der Kriegsreiterei: auf ein Mittelmass. Die Regimenter wurden immer größer und man musste in immer kürzerer Zeit Reiter und Pferde ausbilden. Dazu wurde, wie bereits zuvor erwähnt, ein anderes Zuchtideal verwendet – nämlich der Vollblüter. Diese Pferde standen nun nicht mehr in der Form eines Quadrates, wie die Barockpferde, sondern in der Form eines Rechtecks und bewegten sich darüber hinaus auch temperamentvoller und schneller. Selbst für geübte Reiter ist ein „Aussitzen“ auf Pferden die „ungesund“ – nämlich nicht mit Lastaufnahme der Hinterhand, sondern auf der Vorhand, schlichtweg unbequem und sinnlos – fürs Pferd darüberhinaus doppelt ungesund. Um aber die Fortbewegung der nur bis zum Mittelmass ausgebildeten Reiter-Pferde-Paare (für mehr war schlicht und ergreifend keine Zeit) zu gewährleisten wurden die Vorschriften der Kavallerie dies- und jenseites des Rheins (in Frankreich als auch in Preussen) um das englische Traben ergänzt.









