𝒯𝒽𝓇𝑒𝒶𝒹 𝒞𝑜𝓃𝓉𝒾𝓃𝓊𝒶𝓉𝒾𝑜𝓃 𝐹𝓇𝑜𝓂 : HERE. || @likeastcrm
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Für einen kurzen Moment lang stoppte sie in ihren Bewegungen, legte die dicke Bandagenrolle behutsam auf ihrem Schoß ab & erwiderte daraufhin Michael’s durchdringenden Blick, welchem sie jedoch nicht allzu lange standhalten konnte. Ihm in die tiefblauen Augen zu blicken war fast so, als würde sie in einem Ozean aus tausenden von Mysterien versinken, langsam aber stetig, ohne Halt oder gar der Gewähr, die Wahrheit über seine Person irgendwo auf dem blickdichten Grund ausfindig machen zu können. & trotz aller Risiken & Fragen verlor sie sich immer mehr & mehr in seiner Strömung, ließ sich fast schon ohne Wehr mitreißen, als würde sie gefallen daran finden, in seinen Erzählungen, seiner charismatisch gleißenden Ausstrahlung, zu ertrinken. Sie erinnerte sich zwar selbst regelmäßig daran, dass er lediglich ein Häftling war, wie jeder andere zuvor auch 『 & doch war er so vollkommen anders, so EINZIGARTIG wie kein anderer, dem sie je begegnet war & somit unvergleichlich ! 』 & genauso schnell in ihr Leben trat wie er letztendlich auch wieder verschwinden würde. Doch trotz aller Versuche, sich von ihm abzuwenden, ihn & seine verschleierten Motive zu vergessen, seiner wohl durchdachten Manipulation zu entziehen, trieb es sie immer wieder zurück; direkt zum Mittelpunkt der Strömung.
Ja, sie musste wahrlich gefallen daran finden, sich in ihm zu verlieren. An eine komplexe Art der selbstzerstörerischen Haltung hatte sie sich schließlich schon gewöhnt.
❛ Nun, da gäbe es einige Möglichkeiten, Michael. Ein guter Anfang wäre zum Beispiel, zur eigenen Schwäche zu stehen. Sie möchten zwar das notwendige Wissen besitzen, einen aufwendigen, mehrstöckigen Palast binnen weniger Wochen zu skizzieren und zum Bau freizugeben, hier im Gefängnis jedoch wird Ihnen das nicht viel nützen. Hier zählt alleine nur das körperliche Durchsetzungsvermögen, so wie die Überzeugungen einer Gemeinschaft. Ein einzelner kann kaum etwas gegen eine ganze Meute ausrichten. ❜
Sie pausierte, befeuchtete ihre Lippen & senkte den Blick, ihre in Gummi gewickelten Finger mit dem Röllchen Verbandsmull spielend, welches weiterhin in ihrem Schoß wie ein Frischgeborenes schaukelte. Ihr fiel es zunehmend schwerer diskret zu bleiben, mit ihm auf einer Ebene der Professionalität zu bleiben, die bewusst berufliches von privatem trennte. Was er tat & wie er sich verhielt war immerhin seine Sache & sollte nicht von ihr beurteilt werden. Sie war lediglich hier, um notwendige, medizinische Versorgungen zu leisten, die auf physikalischer Basis beruhten, nicht etwa auf psychischer. Jedoch ... wollte sie auch verhindern, dass Michael weiterhin Schmerzen erleiden musste, die ganz eindeutig von anderen Mithäftlingen verursacht wurden. Darüber reden schien er jedoch nicht zu wollen. Dazu war er viel zu verbissen, überzeugt von der Tatsache, ganz a l l e i n e damit fertigwerden zu können. Das wiederum aber könnte seinen TOD bedeuten, wenn er sich weiterhin mit den falschen Leuten abgibt. Seine Überzeugung & exzentrische Art würde ihm irgendwann noch das Genick brechen ...
❛ Was ich damit sagen möchte ist ..., dass es womöglich ratsam wäre, sich aus diversen Angelegenheiten rauszuhalten. Nicht jeder ist für das Knastleben hier geschaffen, und wenn sie weiterhin in Schwierigkeiten geraten, dann fürchte ich, wird sich das auf Dauer nicht unbedingt positiv auf ihre Gesundheit und körperliche, so wie mentale Verfassung auswirken. ❜
Mehr gab es ihrer Ansicht nach auch nicht dazu zu sagen. Er wusste, worauf sie anspielte, also würde er ihren Ratschlag entweder beherzigen oder sogleich wieder verwerfen, wie so oft. & wenn das der Fall sein sollte, würde es wohl nicht lange dauern, bis er ein weiteres Mal hier bei ihr aufgrund eines fehlenden Körperteiles aufschlagen würde & es, im allerschlimmsten Falle, nicht einmal überlebt. Der bloße Gedanke & die Vorstellung an ein solches Szenario reichte vollkommen aus, um ihr flau & unbehaglich zumute werden zu lassen ...












