More than just a word
INMATE ( Michael Scofield ).
Bescheidenheit, eine der wohl seltensten Eigenschaften des modernen Menschen. Somit etwas das Michael sehr wertschรคtzte. Viele Frauen schmรผckten sich mit falschen Charakterzรผgen, striffen Komplimente von sich nur um mehr davon zu ergattern und sich umworben zu ย fรผhlen. Sara konnte man allerdings sehr deutlich ansehen das sie nur einfach nicht damit umgehen konnte. Ob es an ihrer Vergangenheit lag oder wirklich ihrer Natur entsprachโฆ war schwer zu sagen. Immerhin war Michael nur ein simpler Statiker, kein Psychologe. Obgleich es ihm in ย sehr vielen Fรคllen nicht schwer viel sich in den Kopf anderer hinein zu denken.ย
โSoll das heiรen ย Sie halten mich etwa fรผr einen Schรผrzenjรคger?โ
Es lag auf der Hand worauf die bildhรผbsche und kluge รrztin hinaus wollte. Ehrlich gesagt hatte Sie nicht einmal so unrecht. Michael hatte niemals sonderlich groรe Probleme gehabt, weibliche Gesellschaft zu finden. Allerdingsโฆhielt es sich meist nur fรผr eine Nacht. Bislang hatten die meisten ihn nach kรผrzester Zeit gelangweilt und mehr genervt als fasziniert. Sara hingegen war komplett anders. Sie teilte seinen Intellekt, seine Art von Humor und ย oftmals hatte er das Gefรผhl als wรผrden sie sich ย perfekt ergรคnzen. Je lรคnger er nun darรผber nachdachte umso absurder kam es dem Ex-Statiker vor. Ein schlechtes Knastdrama in welchem sich der Insasse und die รrztin verlieben bevor er sie hintergeht und auf nimmer wiedersehen verschwindet. Doch genau so wรผrde es kommen und genau so hatte er es geplant. Mal abgesehen von dem verlieben. Lediglich ihr ย Vertrauen wollte er gewinnen. ย Doch spรผrte er bereits das sie ihn mehr faszinierte als sie sollte. Und das wรคre ein ย gewaltiger Problemfaktor.ย
โSchade, ich habe gehรถrt die Schwestern dort sollen wahre Schรถnheiten sein.โ
An Sarkasmus war dieser Kommentar seitens Scofield kaum zu รผberbieten. Jeder wusste das die Hรคftlinge dort ihre Haftstrafen ohnehin komplett zugedrรถhnt ย verbrachten und von ihrem Leben kaum noch etwas mitbekamen. Das Halluzinationen dazu gehรถrten wie tรคglich Brot ย verstand sich da gewiss von selbst. Somit krempelte er seinen rechten รrmel nach oben und wartete darauf seine Injektion zu empfangen. Das Sรคuregemisch fraร sich bereits durch die Metallplatte nachdem er es keine zehn Minuten zuvor durch das Abflussgitter gekippt hatte. Alles lief nach Planโฆ
โป โฟ โ
Auf seine Erwiderung hin schรผttelte die รrztin lediglich den Kopf, das sanfte Lรคcheln jedoch keine Sekunde von ihren weichen Zรผgen weichend. Er wusste g e n a u, wovon sie sprach, untermalte dies vielmehr mit seiner Aussage, als das es sie vom Gegenteil รผberzeugen wรผrde. Das schien wohl auch gar nicht sein Plan gewesen zu sein. Michael Scofield war ein CHARMEUR, durch & durch bewaffnet mit der sรผรholzraspelnden Waffe die sich seine Zunge & seinen scharfen Verstand nannte. Wie viel Ehrlichkeit hinter seinen Worten nun stecken mochte, war ihr nicht bewusst, sie vermochte es auch nicht einzuschรคtzen, aber ganz gleich was sie auch bedeuteten, seine Anwesenheit war eine angenehme Abwechslung von den sonst so rรผpelig, auf krawall gebรผrsteten Insassen, die sie entweder plumper kaum anmachen konnten oder sich im Ton vergriffen, ihr klipp & klar zu verstehen gaben, dass sie nichts weiter als ein โ Sexobjekt โ fรผr sie alle wรคre, wรผrden sie nur die Chance dazu bekommen, รผber sie herzufallen. Allein der Gedanke lieร Sara erschaudern. Doch soweit war es bislang nie gekommen โโ glรผcklicherweise. Das sollte sich so schnell auch nicht รคndern, solange sie nur vorsichtig & professionell bleibt. Auch gegenรผber Scofield. Solch eine Schandtat wollte sie ihm zwar nicht zutrauen aber er war dennoch ein unbeschriebenes Blatt fรผr sie, von Charisma & Intelligenz zwar gezeichnet, doch kรถnnte es eben genauso gut Kalkรผl sein.
ย ย ย ย ย ย โย Mhh, vielleicht. Es fรคllt mir schwer, Sie einzuschรคtzen, Michael. Dazu weiร ich leider viel zu wenig รผber Sie. Aber das ist womรถglich auch ganz gut so. Immerhin sind Sie lediglich ein Gefangener und ich ihre zu behandelnde รrztin, deren einzige Pflicht es ist, ihre GESUNDHEIT und das nรถtige Wohlbefinden zu gewรคhrleisten, ganz gleich, weshalb sie hier sind. Es hat mich โฆ also nicht zu interessieren, welchen Schรผrzen sie hinterherjagen.ย โ
Daraufhin verfiel sie kurz einer Schweigeminute, starrte auf die Spritze, die sie anzusetzen begonn, um Michael mit dem INSULIN zu versorgen, welches er wรคhrend seines Aufenthaltes hier im Fox River zu regelmรครigen Zeiten benรถtigen wรผrde, um seinen Blutzucker im richtigen Wert zu halten. Als Diabetiker hatte man es sicherlich nicht einfach. Er aber schien sich an diese Umstรคnde recht schnell gewรถhnt zu haben. Ob er es von Geburt an hatte oder erst seit kurzem drunter leidet, war ihr nicht wirklich klar. Vielleicht wรผrde sie ja irgendwann einmal genauer nachfragen. Nur nicht im Moment.
Die vorherigen Gedanken bezรผglich Michaelโs Interesse an Frauen aus ihrem Kopfe verbannend, schรผttelte Sara diesen kurz, lieร die letzten Tropfen des Insulins in seinen Arm flieรen & zog sodann die Nadel schnell wieder aus seinem BLASSEN Fleisch heraus. Es konnte an seinem Gesamtzustand liegen aber es war gut mรถglich, dass er diese Blรคsse aufgrund der Spritze entwickelte. So manch einer reagierte empfindlich auf die Stoffe, anderen wiederum wurde einfach nur schwindlig vom Anblick der Nadel & dem Gefรผhl des leichten Schmerzes, der damit verbunden war. Sie blickte ihn an, legte die Utensilien beiseite & betupfte die behandelte Stelle mit einem Wattepad, um sie zu reinigen.
ย ย ย ย ย ย โย Alles okay ? Sie wirken sehr blass. Wenn Ihnen schwindlig wird, dann geben Sie mir bescheid. Das ist keine Schande. Sie wรคren nicht der Erste, dem das wรคhrend einer Spritzenkur passiert.ย โ
Das Thema rund um den Psychotrakt & der dort arbeitenden Frauen lieร sie einfach mal offen stehen, immerhin sollte sie sich nicht zu sehr mit ihm in diverse Gesprรคchsthemen vertiefen. Das die werten Damen in jenem Trakt jedoch weitaus ANDERE Probleme zu bewรคltigen hatten, als sich โ Schรผrzenjรคger โ vom Leibe zu halten, war ihnen beiden wohl bewusst. Wenngleich es eine freudige Abwechslung sein dรผrfte, einen gutaussehenden Hรคftling dort zu haben, der nicht sabbert oder wirres Zeug von sich gibt & mit den Schwestern auf humaner Ebene Konversationen fรผhrt. Allerdings โฆ war das eine humoristische Vorstellung der Sondergleichen, die sie mehr erheiterte, als sie es sich zunรคchst eingestehen wollte.
ย ย ย ย ย ย โย Die Schwestern wรคren sicherlich ganz entzรผckt von Ihnen, Michael.ย โ
Ein erneutes Schmunzeln folgte, doch schwieg sie bezรผglich aller anderen Gedanken & Vorstellungen. Es musste ja nicht รผberspitzt werden. Zudem wollte sie sich keine Spรครe bezรผglich der Arbeit jener im geschlossenen Trakt erlauben, da diese wahrlich KEINE einfache war & eine Menge Geduld, so wie Belastbarkeit erforderte โโ physisch, als auch psychisch.











