A5. Drei Tage
Montag: Er kommt nicht. Vielleicht verschlafen. Vielleicht krank. Ich denke nicht weiter darüber nach.
Dienstag: Wieder nicht. Ich sehe öfter zur Tür, halte inne bei jedem Schritt, der nach ihm klingt.
Mittwoch: Noch immer nicht. War der falsche Kaffee zu viel? Habe ich mit meinem Fehler die Leichtigkeit zerstört?
Ich spüle seine Espressotasse, obwohl ich sie nicht brauche. Stelle sie bereit. Als ließe sich Anwesenheit ordnen.
Donnerstag, 11 Uhr. Die Tür. Er.
Ich merke, dass ich den Atem gehalten habe.
„Wie immer?“ Als wäre nichts gewesen.
„Wie immer.“
Ich frage nicht, wo er war. Ich lasse ihn bleiben.
geschrieben mit Miran und Emil Lichtrand















