Jeden Tag hoffe ich, dass du nach Hause kommst und mir sagst, dass das alles totaler Schwachsinn war und du mich dann ganz fest drückst und küsst und mich nie wieder loslässt und wir wieder sind.

seen from Malaysia

seen from United Kingdom
seen from China
seen from Russia
seen from United States

seen from United States
seen from Portugal

seen from Australia
seen from United States

seen from Brazil
seen from Saudi Arabia
seen from China
seen from United States

seen from United States
seen from Ireland
seen from Türkiye
seen from United States
seen from United Kingdom

seen from United States

seen from United States
Jeden Tag hoffe ich, dass du nach Hause kommst und mir sagst, dass das alles totaler Schwachsinn war und du mich dann ganz fest drückst und küsst und mich nie wieder loslässt und wir wieder sind.
Das Schwerste am Warten ist, nicht zu wissen, ob es sich lohnt.
Ich habe versucht, die Stille zu verstehen.
Habe Nachrichten geschrieben, die von meinem Herzen kamen. Habe Geduld gehabt, obwohl jede Stunde länger wurde. Habe Verständnis gezeigt, wo andere längst gegangen wären. Habe gekämpft, festgehalten, gewartet und gehofft.
Immer wieder.
Doch jede meiner Bemühungen verschwand irgendwo zwischen gesendeten Nachrichten und unbeantworteten Tagen.
Eine Woche lang habe ich dieses Spiel mitgespielt. Eine Woche lang habe ich nach Gründen gesucht, Ausreden gefunden, Verständnis aufgebracht und mir eingeredet, dass vielleicht morgen etwas kommt.
Gestern Abend habe ich meine letzte Nachricht geschrieben. Nicht, weil es mir egal geworden ist. Nicht, weil ich aufgehört habe zu fühlen. Sondern weil ich nicht mehr die Einzige sein möchte, die sich bewegt.
Jetzt liegt der nächste Schritt nicht mehr bei mir. Und vielleicht ist genau das das Schwerste für mich, zu akzeptieren, dass man nichts mehr tun kann.
Tief in mir habe ich das Gefühl, dass keine Antwort kommen wird. Das meine Worte wieder im Nichts verschwinden.
Und während ich aufhöre zu schreiben, bleibt nur eine Frage zurück: Warum passiert mir das immer wieder? Warum sind es so oft meine Hände, die festhalten, während andere loslassen? Warum bin ich immer diejenige, die kämpft, während andere schweigen? Warum reicht Liebe, Geduld oder Ehrlichkeit manchmal nicht aus, um jemanden zum Bleiben zu bewegen?
Ich kenne die Antwort nicht.
Aber vielleicht liegt sie nicht darin, dass ich zu viel gegeben habe. Vielleicht liegt sie darin, dass manche Menschen nicht bereit sind, das anzunehmen, was ich ihnen gegeben habe. Und wenn diesmal wirklich nichts mehr kommt, dann soll die Stille wenigstens nicht bedeuten, dass ich nicht genug versucht hätte.
Denn ich habe versucht.
Mehr als einmal.
Mehr als genug.
Und jetzt lasse ich die Tür offen, weil ich immer noch warte, immer noch hoffe, aber ich höre auf, davor zu stehen.
@eponomasie #eigenes
Geschmeidige +40minmit der Bahn
A5. Drei Tage
Montag: Er kommt nicht. Vielleicht verschlafen. Vielleicht krank. Ich denke nicht weiter darüber nach.
Dienstag: Wieder nicht. Ich sehe öfter zur Tür, halte inne bei jedem Schritt, der nach ihm klingt.
Mittwoch: Noch immer nicht. War der falsche Kaffee zu viel? Habe ich mit meinem Fehler die Leichtigkeit zerstört?
Ich spüle seine Espressotasse, obwohl ich sie nicht brauche. Stelle sie bereit. Als ließe sich Anwesenheit ordnen.
Donnerstag, 11 Uhr. Die Tür. Er.
Ich merke, dass ich den Atem gehalten habe.
„Wie immer?“ Als wäre nichts gewesen.
„Wie immer.“
Ich frage nicht, wo er war. Ich lasse ihn bleiben.
geschrieben mit Miran und Emil Lichtrand
A1. Zwischen zwei Besuchen
Wann ist er wieder da? Wann betritt er das Café? Wann darf ich wieder seine Bestellung annehmen, als wäre es das Wichtigste der Welt?
Nichts überstürzen. Ich mag sein Lächeln, die drei Sätze zwischen uns – ein Ritual, das niemand sonst bemerkt. Ich weiß, er mag mich.
Also warte ich.
Ich warte. Ich weiß nicht worauf ich warte aber ich werde weiter warten.
A6. Zwei Monate
Wieviele Namen hat Stille? Wie dehnen, atmen, strecken, verzerren wir Stille? Hat Stille Gefühle? Am Anfang gibt es noch Versprechen und den Glauben, dass sie dann halt eben am Nachmittag kommt. Beim Gehen ist die kleine Flamme an, bereit, ein Feuer zu werden, aber das Leben ist der Feuerlöscher. Ich schreibe Gedichte über dich, als könnten sie dich in die Welt zurückholen, wieder mehr zu sein als eine Erinnerung, die leuchtet. Das Gefühl im Leben sehen, versuchen, dich zu verstehen, wer du bist. Ich warte.