An Bord Teil 1
Krass wie schnell drei Monate umgehen können…
Schon bald (sieben Mal schlafen noch) und ich sitz wieder im Flieger Richtung Deutschland. Bis jetzt liegen super lehrreiche und schöne Monate auf RV Meteor hinter mir.
Nach dem erfolgreichen Hinflug und einer Nacht im Hotel ging es dann endlich in den Hafen zum Einsteigen auf RV Meteor. Schon am ersten Tag kristallisierten sich einige Unterschiede heraus zwischen Neuwerk und Meteor. Gleich beim Einsteigen wurden wir von Kapitän und Offizieren in Uniform begrüßt – was ich bis dato ja nicht wirklich mitgemacht hatte… (ganz schön verwirrend am Anfang die Dienstgrade und Streifen und so :D Mittlerweile ist das irgendwie das normalste der Welt…) Des Weiteren haben wir hier auf dem Dampfer drei Stewards, einen Wäscher und zwei Köche.
Ich habe eine super große Kammer zugewiesen bekommen – eine Kammer für zwei Azubis für mich allein. Sogar mit einer Backskiste/Dreier (für alle: ein Sofa mit Stauraum drunter) :).
Auch mit Arbeitskleidung wurde ich gleich zu anfangs ausgestattet. Suuuper schicke Sachen von Engelbert&Strauss. Eine kurze Hose, eine lange Hose (Müllabfuhr-Orange), ein T-Shirt und ein Overall für an Deck. Eine blaue Latzhose für die Arbeit in der Maschine; wo ich auch meine ersten zwei Wochen im Tagesdienst (8-17 Uhr) eingeteilt wurde.
Die darauffolgenden Wochen wurde ich im Wechsel dann vormittags an Deck und nachmittags zum Brückendienst eingeteilt. Der normale Arbeitsalltag beginnt stets mit einem reichhaltigen Frühstücksbuffet mit ENW (Eiern nach Wahl) ab 7:15 Uhr. Danach folgt der Arbeitsbeginn um 8 Uhr gefolgt von Kaffee, Mittag ab 11.15 Uhr, einer Mittagspause (12-13Uhr), wieder Kaffee und dann schließlich dem Abendessen & Feierabend um 17.00 Uhr. Donnerstags (Seemannssonntag), Sonntags und an den Feiertagen gibt es meist immer ein extra leckeres Essen mit einem Dessert wie zum Beispiel Eis. Soviel erstmal zum Alltag…
Nach den ersten Tagen Arbeit hatte ich plötzlich einen schmerzenden steifen Hals, was wohl auf die starke ungewohnte Lüftung im MKR und in der Werkstatt zurückzuführen war – wie war ich glücklich als das pünktlich vor Ostern noch ausgestanden war.
Die Osteraktivitäten sind hier mit einigen Traditionen behaftet, zum Beispiel das österliche Eierbemalen der Maschinencrew mit der eigens dafür angefertigten Eiermalmaschine. Außerdem gab es ein komplettes Menü zu Essen und jeder hat ein Ostersäckchen bekommen.
In der Maschine stand zu der Zeit eine Diesel –Durchsicht an. Für solche ein Event war ich gerne bereit früher aufzustehen (4Uhr). Wir haben einen Filterservice (Schmieröl,Brennstoff,…) durchgeführt. Die Düsen wurden abgedrückt (300bar) und das Ventilspiel von 0,4mm eingestellt. Ich hab mich sehr gefreut da mitmachen zu dürfen, da wir einiges einzeln in Schule schon probiert hatten – allerdings an stehenden Dieseln.











