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thank, me 2
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Freitag auf der Arbeit
Ich stand in der Teeküche und wartete auf den Wasserkocher um mir einen Tee zu machen. Eine Frau aus der Abteilung nebenan kommt rein um eine Sektflasche im Waschbecken zu leeren und fängt an, mich darüber zu informieren, dass die jetzt einen neuen Kühlschrank haben. Aha. Ich frage mich, warum sie mir das erzählt, halte sie aber einfach mal für eine Labertasche. Als sie dann anfängt, mich zu fragen in welchem Müll sie die Flasche entsorgen soll, kommt mir langsam ein mulmiges Gefühl. Mein Herz rutscht endgültig in die Hose, als sie fragt: "Und Sie müssen heute hier putzen??"
"Äh ne, ich bin studentische Aushilfe"
"Ach so, ja das hab ich jetzt verwechselt"
Aha. Das hat sie jetzt verwechselt.
Klar, eine schwarze Frau in der Teeküche des Büros. Die kann ja "nur" als Putzfrau da sein. Ihrem Vorurteil zufolge zumindest.
Reinigungskräfte tragen bei uns Uniformen. Ich hatte keine an. Auch der übliche Wagen mit Putzmitteln war nirgends zu sehen. Außerdem stand ich tatenlos in der Küche rum (da ich auf den Wasserkocher wartete) - nicht gerade das Verhalten, das ich von Reinigungskräften kenne.
Wie also kommt sie drauf, dass ich zum Putzen hier bin?
Offensichtlich war das ihre Assoziation mit meinem Äußeren, mit meiner Hautfarbe um genau zu sein.
Ich bin nicht pikiert, weil der Beruf der Putzkraft unter meiner Würde ist. Was mich stört, ist die Tatsache, dass die Frau von meiner Hautfarbe auf meinen Beruf geschlossen hat. Das Traurige ist, dass ich vor dem Antritt meiner Stelle mit solchen Mikroaggressionen gerechnet habe.
Ich wusste schon damals: als schwarze Frau auf dem Flur, falle ich auf. Die interessierten bis irritieren Blicke im Fahrstuhl oder in der Cafeteria von Unbekannten bin ich inzwischen gewohnt und bin folglich dort auf der Hut. Auf unserem Stockwerk - dachte ich zumindest - bin ich davor sicher, weil meine Chefin mich der ganzen Abteilung zu Beginn vorgestellt hat. Ich war erleichtert, denn so konnte es schließlich nicht dazu kommen, dass ich für die Putzfrau gehalten werde. Haha. Nach einem Jahr ohne Zwischenfälle ließ ich die Notfallbereitschaft, die ich als schwarze Frau gezwungenermaßen jeden Tag an den Tag lege, ein bisschen in den Hintergrund geraten. Das bereue ich jetzt.
Genauso bereute ich kurz, dass wir bei der Vorstellungsrunde nicht auch noch die andere Abteilung auf dem Flur abgedeckt haben. Aber das ist doch bescheuert. Wieso brauchen meine weißen Kollegen erst eine Warnung, um sich nicht diskriminierend zu Verhalten oder äußern? Weil die wenigsten sich damit auseinander setzen, dass wir in Deutschland rassistisch sozialisiert sind und sich die Zeit nehmen, das zu entlernen. So kommt es, dass der Kollegin aus ihrer Perspektive nur eine unbedachte "Verwechslung" aufgrund ihrer Vorurteile unterlaufen ist. Während mich das Geschehene bis heute beschäftigt und ich daraus mitnehme, dass ich nie vergessen darf, dass ich schwarz bin. Das vergessen meine Gegenüber ja auch nicht.
Teaser - Leather Light
ii keep readiing @bloodyplayboy2 url a2 bloodplay boy