Versuch, unsere Gedanken zum Thema „Wir sind agender“ zu ordnen:
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Wir Alltagsleute und einige andere sind agender/geschlechtslos.
Selbst wenn sich das ändern sollte, ist dies nicht sicher. Wir sind gerade jetzt agender und das ist, was zählt.
Wir haben soziale und unterschwellige körperliche Dysphorie, hauptsächlich von der Sorte, die wir kaum bewusst wahrnehmen, es sei denn, wir konzentrieren uns drauf oder stellen uns vor, wie es ohne das wäre. (Wir sind es gewohnt, unsere eigenen Bedürfnisse zu ignorieren…)
Dies ist, was wir täten, wenn wir alles ändern könnten, was wir wollen:
Leute bitten, unseren selbstgewählten Namen zu verwenden statt des Taufnamens (schon passiert, eigentlich alle verwenden unseren selbstgewählten Namen für uns)
Explizit als trans und agender/geschlechtslos rauskommen gegenüber Menschen, die uns relativ nahe sind
Menschen bitten, „em“-Pronomen für uns zu verwenden anstelle von gegenderten Pronomen. Wir haben das mithilfe des Multi-Armbands zwar getan, aber nicht explizit genug – die meisten Leute ignorieren das bisher
Menschen bitten, möglichst geschlechtsneutrale Sprache für uns zu verwenden (es geht ja längst nicht nur um Pronomen), uns mit „Ind“ statt „Frau“ anzusprechen etc.
Selbst geschlechtsneutrale Sprache für uns verwenden. Dies deutlich und offensichtlich machen und es uns zur Gewohnheit machen. (Bisher vermeiden wir gegenderte Sprache meistens oder verwenden sogar noch manchmal aus Versehen weiblich-assoziierte Sprache, was es für andere einfacher macht, zu vergessen oder ignorieren dass wir keine Frauen sind)
Zum Beispiel eine Gewohnheit draus machen, so Formulierungen zu verwenden wie: “Ich bin ein Enby, di:er das Meer liebt.”
Leute explizit korrigieren/ihnen widersprechen, wenn sie uns (mis-)gendern. “Ich bin keine Frau.”, “Die meisten von uns sind keine Frauen.”
Das Multi-Armband tragen, ebenso Aufnäher und Buttons mit Aufschriften wie “em”, “nobody knows I’m agender”, “Against the Cis*Tem”, “Sorry, out of gender”, “Please call me They - Thank you!”
Diese Aufnäher auf die Klamotten nähen, die wir Medis am häufigsten anziehen und auf die, die wir zur Alternatiba-Radtour mitnehmen wollen.
Einen kleinen Brief schreiben, in dem wir erklären, dass wir trans und agender/geschlechtslos sind und was das für die Leute um uns herum bedeutet. Den kopieren und entsprechenden Leuten geben.
Wenn möglich, mit den Leuten auch drüber reden (aus Erfahrung nehmen Leute es sonst manchmal nicht ernst/ändern ihr Verhalten nicht)
Die Haare wachsen lassen, aber grau färben. Grau ist ne coole Haarfarbe, allerdings werden die Kinder es vermutlich anders sehen. (Lange) Haare sind ein Symbol, nicht für Weiblichkeit oder Femininität an sich, sondern für Stärke, Kraft, Erdung, Selbstsicherheit und kann auch ein (Hexen-)Symbol für Spiritualität/Verbundenheit sein. So sehen wir das jedenfalls.
Ev. aufhören, unsere Geheimratsecken zu verstecken (die wir schon seit immer haben). Da müssen wir uns wohl erst dran gewöhnen, aber vielleicht können wir aufhören, sie als zu versteckenden Makel anzusehen und statt dessen als etwas an unserem Körper, dass nicht sofort weiblich assoziiert wird. Yay!
Versuchen, Wege zu finden, wie die meisten von uns mit den (langen, grauen) Haaren klar kommen, vor allem die Jungs und Männer. Vielleicht eine bessere Perücke kaufen? (Haare unter Mützen verstecken geht ja auch. Und für die Kinder bunte Assecoires.)
Weiterhin gesund essen und Sport machen und viel draußen sein. Das wird viel bringen, es hat uns auch in der Vergangenheit sehr geholfen.
Mehr zum Thema Nahrungs-, Pflanzen- und Sport-basierter Transition recherchieren.
Das umsetzen, soweit es für uns realistisch und angenehm ist
Regelmäßig nachfragen, of die anderen Innenpersonen, besonders die Frauen, auch damit einverstanden sind
Vielleicht einen Binder besorgen, der nicht ganz so eng ist wie der, den die Jungs manchmal anziehen (den wir normalerweise nicht anziehen, weil er zu unbequem ist und wir auch nicht unbedingt komplett flach aussehen wollen)
Mehr über Brustverkleinerungs-OP nachdenken. Vielleicht ist das ja eines Tages doch möglich…
Uns täglich daran erinnern, dass wir agender sein dürfen und es verdient haben, von uns selbst und anderen so gesehen und behandelt zu werden.
Fast alles davon sind Sachen, die die Jungs und Männer hier auch wollen. Das selbe gilt für die meisten Kinder.
Nichts davon wäre, so weit ich weiß, wirklich schlecht für die Frauen. Was doch schlecht für sie sein könnte, werden wir vorher besprechen.