Ein weiterer Beleg für großflächiges Doping im Westen schon in den siebziger und achtziger Jahren: Eine anonyme Umfrage für eine Dissertation bringt klare Ergebnisse. Nur ein Sportler bekennt sich öffentlich.
Hennigs Aussagen und die Ergebnisse der Dissertation vertiefen das Bild von der jahrzehntelangen sportartübergreifenden Doping-Praxis in der Bundesrepublik, die trotz einer öffentlichen Debatte nach den Olympischen 1976 in Montreal – der Sprinter Manfred Ommer beschrieb 1977 seine Erfahrungen mit Dianabol – und diversen Doping-Fällen in den achtziger Jahren bis hin zum Tod der Siebenkämpferin Birgit Dressel 1987 von maßgeblichen Funktionären und Medizinern als eine Kette von Einzelfällen veharmlost und verschleiert wurde. Dieser Zeitung liegt seit 2013 der Doping-Plan des Freiburger Sportmediziners Armin Klümper für die Kaderathleten des Bundes Deutscher Radfahrer zur Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 1976 vor – einzunehmen waren demnach unter anderem die Anabolika Deca-Durabolin, Megagrisevit und Primabolan.













