"Die sowjetischen Agit-Züge entstanden nach der Russischen Revolution im Jahr 1917 als mobile Propagandainstrumente. Der sowjetische Staat schickte Züge und Dampfschiffe in die entlegenen Regionen seines riesigen Territoriums, um politische Botschaften zu verbreiten und die überwiegend analphabetische Bevölkerung zu erreichen. Die Züge waren auffällig bunt bemalt, mit revolutionären Parolen beschriftet und aufwendig ausgestattet. In bis zu 18 Waggons beherbergten sie unter anderem einen eigenen Radiosender, Druckereien, Bibliotheken und sogar ein Kino. Dort konnten eigens für diese Einsätze produzierte Kurzfilme vorgeführt werden.
Auch der Filmemacher Dziga Vertov arbeitete auf diesen Zügen und begleitete die Filmvorführungen mit mündlichen Erläuterungen. Der aktivste Zug, die „Oktoberrevolution“, absolvierte zwischen 1919 und 1920 zwölf Einsätze und erreichte innerhalb von nur zwei Monaten mehr als 100.000 Zuschauer*innen bei 97 Filmvorführungen. Weitere Agit-Züge trugen die Namen „Roter Osten“, „Sowjetischer Kaukasus“, „Roter Kosak“ und „Lenin“." https://www.berlinerfestspiele.de/what-if-berlin/die-projekte/wedding









