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Weil der Umgang miteinander so schrecklich rau geworden ist, haben Sozial- und Gesellschaftsforscher/*:Innen gefährliche Mikroaggressionen aufgedeckt.
22. September 2020
#33 not your exotic girl
sie: kommst du eigentlich aus ostafrika?
ich: nein.
sie: woher kommst du?
ich: aus berlin.
sie: haha, ich sag auch immer ich komm aus stuttgart.
ich: - - -
sie: und? wo kommst du her?
Generation der Weicheier und psychischen Wracks
Contra-Mag.:Als der Sieg Donald Trumps feststand, stieg die Zahl der Krankmeldungen an den US-Universitäten sprunghaft an. Nervenzusammenbrüche gab es im ganzen Land. Was ist mit der Jugend los? Von Michael Steiner Kann eine Präsidentenwahl psychische Wracks produzieren? Wohl nur indirekt. Denn: Um wegen der Wahl Donald Trumps einen psychischen Kollaps zu erleiden, muss diese schon ... http://dlvr.it/MjwtWJ
[Derald Sue definiert] ...Mikroaggressionen als kurze, aber regelmäßig auftretende Demütigungen gegenüber Mitgliedern benachteiligter Gruppen, die in Form von negativen, herabsetzenden oder ablehnenden Bemerkungen oder Handlungen zugefügt werden... ...ab und zu einmal blöd angemacht oder gekränkt zu werden sei etwas anderes als die systematischen Vorurteile und Kränkungen, mit denen Mitglieder benachteiligter Gruppen umgehen müssten. Wenn beispielsweise ein weißer Mann von einem unhöflichen Verkäufer beleidigt wird, erläutert Sue, dann sei das eine Situation, die bald zu Ende ist. Der Mann ärgere sich vielleicht, aber das gehe schnell vorbei. Für Farbige dagegen ende die Situation nie. Sie erleben Mikroaggressionen von klein auf, tagein und tagaus. Einzeln betrachtet würden die einzelnen Vorfälle vielleicht harmlos und trivial erscheinen. Aber sie träten kontinuierlich auf und addierten sich, und das sei es, was sie so schädlich mache... Eine belgische Studie belegt Auswirkungen subtiler Diskriminierung auch auf die mentale Leistungsfähigkeit. Im Rahmen eines angeblichen Jobtrainings erhielten 38 arbeitslose Frauen schriftliche Informationen über offene Stellen in einer Chemiefabrik. Bei manchen Teilnehmerinnen waren darin wohlwollend sexistische Anspielungen enthalten („Frauen sind nett, brauchen aber Hilfe von Männern“). In nachfolgenden kognitiven Tests schnitten diese Frauen deutlich schlechter ab als die Kontrollgruppe, die neutrale Informationen erhalten hatte. Mehr noch: Die ambivalente Botschaft „lieb, aber hilfsbedürftig“ stellte sich als schädlicher heraus als offener Sexismus („Frauen sind schwach, emotional und manipulativ“). Die Erklärung Ist eine Herabsetzung subtil, fängt man an, darüber nachzudenken („Wie ist das jetzt gemeint? Bin ich zu empfindlich? Hat der andere vielleicht recht?“), und wird dadurch abgelenkt. Bei eindeutigen diskriminierenden Botschaften treten solche Grübeleien weniger stark auf.
Psychologie Heute, Ausgabe September 2015