Wenn der Gedanke an Flucht sich an einem reibt.. aber man bleibt.
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Wenn der Gedanke an Flucht sich an einem reibt.. aber man bleibt.
Ein kalter Wind in deinem Gesicht Die Jahreszeit tut ihre Pflicht Ob du dich einpackst oder nicht, über kurz oder lang wirst du erfrieren Und an regnerischen Tagen stellst du fest, dass du niemanden kennst und schon gar nicht dich selbst Und das du nichts von all dem hälst, was du täglich erzählst und dem Weg den du wählst Ich weiß nur, dass du fehlst Ein kaltes, tränenreiches Jahr Nichts ist mehr da, wo's vorher war Und beinahe niemand ist mehr da Und alles eher verstrickt, als klar Jedes Jahr werden Blätter wieder grün Werden Wege geebnet und Samen gesäht Oh, welch Kräfte aus dir sprühen, wenn du beinahe vergisst, wie hilflos du bist Wie traurig das ist Du machst das Allerbeste draus Du schmeißt die letzten Gäste raus Du fegst zerbrochene Gläser auf Und Müll und ungute Gedanken Doch jedes Jahr werden Blätter wieder grün Werden Wege geebnet und Samen gesäht Oh, welch Kräfte aus dir sprühen, wenn du beinahe vergisst, wie verzweifelt du bist Doch jedes Jahr werden Blätter wieder grün Werden Wege geebnet und Samen gesäht Oh, welch Kräfte aus dir sprühen, wenn du beinahe vergisst, wie hilflos du bist
Und wenn du nicht mehr kannst gib mir deine Angst und an den hässlichsten Tagen werd' ich sie für dich tragen, bis sie so klein und unwichtig ist, dass du sie vergisst und glücklich bist.
Mikroboy - leicht
Doch wenn nur die Zeit die Wunden heilt, müssten wir hundert Jahre alt sein. Unsere Herzen wären aus Stein, doch ich würd' immer noch schreien, wenn du meins berührst. Und wir quälen uns durch die Jahre und wir tun uns schrecklich leid. Doch egal wie viel Zeit, wir wären niemals bereit.
Mikroboy
Was für eine Zeitvergoldung
So geht Marketing! Ein anderes Urteil bleibt einem fast nicht übrig. Da bringen Mikroboy fünf Jahre nach ihrem zweiten Album endlich das langersehnte dritte heraus, das auch noch über alle Maßen empfehlenswert ist, da verkündet die Band aus Berlin gleichzeitig ihr Ende. Was den Mai über zum Triumphzug hätte werden können, ist vor allem eine Abschiedstour geworden. Das ist schade. Sehr schade sogar, weil Mikroboy sich konsequent weiterentwickelt haben. Aus den einstigen Post-Pop-Punkern sind Rock'n'Roll-Kids geworden, ganz im Stile der Get Up Kids oder – auch das – der Cold War Kids. Nur eben auf Deutsch und das immer, ohne dabei peinlich zu klingen.
Das liegt vor allem an den wirklich großartigen Arrangements, die die drei verbliebenen Bandmitglieder hier geschrieben und aufgenommen haben. Jede noch so hippe Indie-Rock-Band dürfte sich die Finger nach solchen Kompositionen lecken. Leicht heißt dieses letztes Album. Und das ist ziemlich genau das, was dieser Abschied nicht ist.
Man hätte mit Mikroboy erwachsen werden können. So lange und ausgiebig, bis man über den Bandnamen hätte grinsen müssen, weil auf der Bühne längst keine Boys mehr gestanden hätten. Aber das wäre einem egal gewesen, denn Frontmann Michael Ludes hätte auch in vielen Jahren noch mit so viel Verve und Elan von den kaputten Situationen unseres Lebens erzählt. Ja, dieser Abschied fällt einem nicht leicht. Aber dafür ist Leicht noch einmal unfassbar gut geworden.
Mikroboy Leicht VÖ: 29. April 2016
Wenn es dunkel wird erinner mich daran, dass nichts so aufhört wie es ursprünglich begann.
Mikroboy - Nichts ist umsonst