#11
Wenn mir das Modeln eines gezeigt hat, dann, das andere Mädchen auch manchmal unsicher sind. Egal wie perfekt uns ihr Körper erscheint - sie fühlen sich auch nicht immer wohl darin. Auf den Fotos können wir alle taff, selbstsicher und sexy sein. Aber dahinter kämpfen wir mit Haaren, Haut, Knochen und Fett.
Seit 3 Jahren stehe ich regelmäßig hin und wieder vor der Kamera. Mittlerweile weiß ich so ca. wie ich mich bewegen muss, welche Blicke und Posen meiner Gestalt schmeicheln, wo meine Problemzonen sind. Erst durch meine letzten zwei Shootings wurde mein Verständnis für meinen Körper besser - vielleicht auch deswegen, weil ich etwas selbstbewusster geworden bin. (Natürlich bin ich noch weit von dem entfernt, was ich eigentlich sein möchte)
Dadurch, dass ich meistens nicht das einzige Model bin, kann ich mich mit den Mädels austauschen - und natürlich reden wir über das, was uns optisch an uns selber stört. Unglaublich, was manche an sich selbst zu kritisieren wagen. Das gibt mir zu denken und mir fällt auf, dass ich mich auch um Nichtigkeiten sorge. Ich lasse mir manchmal von einem einzigen Haar die ganze Wahrnehmung trüben.
Wenn ich sehe, dass auch andere Mädchen ein Hohlkreuz machen, um den “perfekten-Po-Effekt” zu erzielen, den Bauch einziehen, Pickel haben, Cellulite oder Dehnungsstreifen... Fühle ich mich nicht so allein und bin beruhigt, dass die Perfektion, die wir von den Bildern kennen eine zurechtgelegte Unwirklichkeit ist, die rein dem Zweck der Ästhetik dient und nur ansatzweise mit der Realität zu tun hat. Es schadet nie, uns das immer wieder bewusst vor Augen zu führen.












