Wie eine einzige Entscheidung dazu führen könnte, Millionen von Verspätungen im öffentlichen Nahverkehr zu vermeiden
Heute möchte ich das Konzept Fahrplan betrachten.
Wenn ich im Internet recherchiere finde ich darüber viele Beschreibungen. Zum Beispiel, welche Arten von Fahrplänen es aus welchen Gründen gibt. Aufgefallen ist mir ein Wort oder der Sinn von Fahrplänen: Planbarkeit. Dieses Wort soll mir suggerieren, dass ich mich darauf verlassen kann, dass ein Beförderungsmittel zu einer bestimmten Zeit kommt, mich in einer vordefinierten Zeit zu einem Ziel bringt und ich schon vorher weiß, wann ich dort sein werde.
Kann das sein oder ist das nicht vielleicht eine Wunschvorstellung, die irgendetwas damit zu tun hat, dass ich Sicherheit im Leben suche, die es eigentlich gar nicht gibt?
Meine Erfahrung ist, dass fast immer irgendetwas passiert, dass die gewünschte Planung von Fahrzeiten, An- und Abfahrten verändert.
Dies möchte ich nicht bewerten, sondern als natürlich und selbstverständlich betrachten. Denn wäre es nicht eigentlich sinnlos, so zu tun, als wenn es „unvorhergesehene Zwischenfälle“ nicht gibt?
Die Gründe dafür sind vielfältig und manchmal möchte ich sie gar nicht im Detail wissen. Technik, die versagt, Engpässe auf den Schienen sowie ein erhöhtes Fahrgastaufkommen gehören auf jeden Fall dazu.
Kann ich durch einen Fahrplan, egal wie gut dieser durchdacht ist, diese Eventualitäten in den Griff bekommen? Ich frage mich dies, da ich sehr lange als Logistiker gearbeitet habe und es irgendwo in mir den Wunsch gibt, Prozesse so gut zu planen, dass sie funktionieren.
Ich habe sehr lange dazu nachgedacht, darüber meditiert und reflektiert und die Antwort ist: NEIN
Kein Fahrplan kann mein Bedürfnis nach Pünktlichkeit von Verkehrsmitteln erfüllen oder dafür sorgen, dass ich immer „rechtzeitig“ am Ort meines Begehrens ankomme.
Für mich gibt es nur eine sinnvolle Lösung, wie ich mit Fahrplänen umgehe, so dass ich mich nicht mehr über sie oder die Umstände im öffentlichen Nah- und Fernverkehr ärgere: ich schaffe sie ab. Vielleicht nicht rund um die Uhr, jedoch zu den Stoßzeiten bei viel Verkehr.
Da ich vermute, dass es aktuell keinen größeren Anbieter von Beförderungsdienstleistungen gibt, der bereit wäre ohne zeitlich definierten Fahrplan zu wirken, kann ich nur persönlich so tun, als wenn es keine Fahrpläne gibt. Ich setze also voraus, dass das System Fahrplan sowieso nicht funktioniert und verlasse mich nicht darauf.
Wenn es aber doch so wäre, dass sich Verkehrsverbünde oder Eisenbahnunternehmen dazu entscheiden, exakt definierte Abfahr-, Lauf- und Ankunftszeiten abzuschaffen, könnte dies vielleicht zu mehr „Entspanntheit“ beim Reisen führen … denn dann gäbe es keine „Verspätung“ mehr.
So nähme ich Druck aus dem Prozess, Stress von den Mitarbeiter/innen und könnte vielleicht etwas mehr Gelassenheit in mir und meinem Leben wachsen lassen … einer immer stärker werdenden „Effektivierung“ meines Lebens entgegenwirken.