Bolz bezieht sich bei seinen Sozialidyllen auf Niklas Luhmann. Bei Bolz wie bei Luhmann gibt es keinen Zweifel im System – Aus-X-folgt-Y- (und nicht Z-) Sätze reihen sich aneinander: »Wahrnehmen ist eine Art Scanning, das nicht Weltdinge präsentiert, sondern Beziehungen prüft.« Die Techno-Apotheosen des Norbert Bolz mussten den armen Humanisten wirklich übel aufstoßen, das ist klar. Da aber auch Jahre später noch nichts von dem, was er menetekelnd an die Wand geschrieben hatte, wahr wurde, musste Bolz sich was anderes überlegen: also wieder grobe Umkehr. Die 68er sagen: »Ware ist schlecht, Verkaufen das Allerletzte!«. Folglich preist Bolz die Warenwelt mit allem, was er hat. Aber den Konsumterror einfach nur abzufeiern, wäre zu wenig, es muss schon etwas Weltbewegendes sein, eine echte Zäsur, ein historischer Einschnitt, also erscheint »Das konsumistische Manifest« (2002). Bolz als Marx und Engels des Konsumismus.
Enno Stahl - Bolz, Hörisch, Kittler und Winkels tanzen Pogo – erst im Ratinger Hof, dann deutschlandweit. 2015
https://verbrecherei.wordpress.com/2015/01/19/bolz-horisch-kittler-und-winkels-tanzen-pogo-erst-im-ratinger-hof-dann-deutschlandweit/
und letzter Turn zum Social-Media-Philosophen der AfD:




















