Auf WM-Niveau braucht man kein GPS mehr
Bei der Christbaumversteigerung des Sportvereins begegne ich einer Orientierungsläuferin. Bei dieser Sportart geht es darum, mit Karte und Kompass möglichst schnell durchs Gelände zu laufen. An den Techniken des Schnelllaufens hat sich wenig geändert, seit meine Geschwister diesen Sport um 1990 betrieben haben, an den Techniken der Orientierung aber schon. Deshalb frage ich:
– Damals gab es ja noch gar kein GPS, oder jedenfalls nicht für Privatleute. Aber inzwischen ist das anders. Wie wird das jetzt im Orientierungslauf gehandhabt, gibt es Kontrollen?
Mit "gibt es Kontrollen" meine ich: Wird irgendwie unterbunden, dass die Startenden GPS-Geräte oder Handys mitnehmen?
– Nein, das würde man ja sehen.
Hier habe ich zu wenig nachgefragt und weiß deshalb nicht, ob meine Gesprächspartnerin meinte, dass man das Gerät sehen würde (vielleicht weil alle nur wenig und eng anliegende Kleidung tragen), oder ob man die anderen Menschen im Gelände dabei sehen würde, wie sie auf ein Gerät schauen.
– Nicht unbedingt, GPS-Geräte gibt es inzwischen auch ganz kleine. Und man will ja wahrscheinlich nicht alle am Start von oben bis unten abtasten.
– Ja, stimmt, aber auf WM-Niveau würde das GPS gar nicht helfen.
– Weil man da sowieso immer weiß, wo man als Punkt auf der Karte ist?
– Genau, da geht es nur noch um Routenplanung. Und die macht man mit der Karte.
Es musste schnell gehen, deshalb habe ich auch hier wieder zu wenig nachgefragt. Aber so wie ich mir das vorstelle, ist es Routenplanung in ganz kleinem Maßstab und abseits der Wege, also "wie umgehe ich am besten diesen Sumpf". Das kann im Moment noch keine Technik.