Der Kamin bleibt. Und das eiserne Gittertor auf der Nordseite wird auch nicht verschrottet. Innen im alten Fabrikgebäude werden sich später einmal Rathausbesucher an die Zeiten der textilen Fertigung erinnern können: mächtige Dampfheizkörper bewahren die Geschichte, schwarze Stromverteiler oder ein Schlüsselkasten im künftigen Büro des Rathauschefs. Der verspricht, die Relikte im Auge zu behalten.
Sanierungen in der Ortsmitte
Am dritten bundesweiten Tag der Städtebauförderung nahm Gomaringen zum ersten Mal teil. Bürgermeister Steffen Heß und Bauamtsleiter Lothar Walker erläuterten bei zwei Rundgängen durchs Sanierungsgebiet „Ortsmitte III“ rund 20 Interessierten die bisher sanierten öffentlichen und privaten Gebäude. Sie wurden seit 2010 im Rahmen des Bund-Länder-Programms „Aktive Ortszentren“ (ASP) mit 1,58 Mio. Bundes- und 2,82 Mio. Euro Landesbeteiligung finanziert. Im Juli startet der Umbau der ehemaligen Kindlerschen Fabrik – mit rund 12,79 Mio. Euro Kosten, wobei man auf 4 bis 6 Mio. Euro Zuschüsse hofft.
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Die Südseite des künftigen Dientleistungszentrums Gomaringen
Im künftigen Dienstleistungszentrum Gomaringen; Pläne
Was die sich wohl dabei gedacht haben? Theo Kuttler staunt über den extravaganten Wasserhahn
Sanierungsgebiet Gomaringen “Ortsmitte III”
Bürgerwünsche zur Außengestaltung Bahnhof-/Lindenstraße
Wichtig ist der Gemeinde, dass in den nächsten Wochen die Gomaringer zur Verbesserung des öffentlichen Raums der neuen Ortsmitte auch eigene Ideen äußern. „So können wir den Planern gleich im Vorfeld die Wünsche präsentieren“, ermuntert Walker, „und nicht erst, wenn die Entwürfe schon stehen“. Auch die Anwohner sind gefragt. Die Gemeinde möchte vor allem in der Bahnhofstraße den vorherrschenden Eindruck der verkehrlichen Erschließung mildern und dem Straßenraum aufzuwerten, allerdings auch mit mehr Parkierungsfläche. Vielleicht gibt es ja demnächst einen runden Tisch. „Am liebsten“, so der Bauamtsleiter, „hätten wir einen „Shared space“, die Gleichberechtigung aller Nutzungsarten. Und wenigstens ein bisschen urbanes Flair – mit Straßencafé, Grün und Möblierung. „Aus der Ortsmitte“, ist Bürgermeister Steffen Heß überzeugt, „ist mehr rauszuholen als da jetzt ist“. Gemeinderätin Petra Rupp-Wiese findet: Da müssten auch die Privaten etwas beisteuern.
Christa Mellis aus Hinterweiler schlug jedenfalls bei der Führung schon mal vor, eine Reaktivierung des ehemaligen Backhauses im äußeren Schlosshof zu prüfen, auch wenn das mittlerweile Elektroinstallationen beherbergt. Theo Strohmaier sinnierte über eine Einbahnregelung in der Bahnhofstraße. Und der kleine Theo fände es cool, wenn die interessanten Unebenheiten des Parkettbodens im Rathaus blieben – zum Drüberschanzen mit dem Skateboard.
Die Gemeinde wird nicht müde, ihre Arbeit transparent zu machen, auch wenn an diesem sonnigen Samstag das Interesse eher überschaubar dünkte. Das Schloss mit Gustav-Schwab-Museum und der Ausstellung des Schwäbischen Albvereins lockte einige Besucher an, und der Run auf Weißwurstvesper und schriftliche Anregungen hielt sich bei der „neuen“ Emmy Lindgrün – ebenfalls ein Sanierungsgebäude – in Grenzen.
Wie ein Großer: Theo Kuttler hilft bei der Emmy aus
In der extra geöffneten Bibliothek waren Martina Hanisch und ihre Kolleginnen mit den Schnäppchenjägern beim jährlichen Bücherflohmarkt ganz zufrieden.
Ideen zur Verbesserung des öffentlichen Raums im Gebiet Bahnhof-/Lindenstraße nimmt die Gemeinde gern bis einschließlich 3. Juni auch per E-Mail entgegen ([email protected]). Hier geht’s direkt zur Gemeindeseite.
Interessanter Spaziergang durch die neue Ortsmitte Der Kamin bleibt. Und das eiserne Gittertor auf der Nordseite wird auch nicht verschrottet. Innen im alten Fabrikgebäude werden sich später einmal Rathausbesucher an die Zeiten der textilen Fertigung erinnern können: mächtige Dampfheizkörper bewahren die Geschichte, schwarze Stromverteiler oder ein Schlüsselkasten im künftigen Büro des Rathauschefs.