Mit dem Palm III über WAP, Infrarot, Nokia 6210 und Sackzement ins Internet
Ich liege im Krankenhaus, ungeplant, aber nichts Ernstes. Ich habe diesen Palm III, in dem ich alle meine Adressen und Termine verwalte. Und ich habe da dieses Nokia 6210 von meinem Arbeitgeber, mit dem man neuerdings über dieses neumodische WAP auf das Internet zugreifen kann. Der Palm III hat eine Infrarot-Schnittstelle, das Nokia 6210 hat auch eine, und ich habe verdammt viel Zeit und Langeweile. Der Palm III hat sogar ein E-Mail-Programm und ist POP3-fähig. Also sitze ich stundenlang vor dem Krankenhaus an der frischen Luft und versuche, Palm und 6210 zu koppeln, um eine vorab mühsam per Stylus und einer Schreibfrequenz von etwa einem Buchstaben pro zwei Sekunden in den Palm gekritzelte E-Mail am POP3-Server von T-Online abzuliefern. Warum? Weil es geht.
Nun ja, eher, weil es irgendwie doch gehen müsste, Sackzement! So viele Kleinigkeiten, die stimmen müssen: der Winkel, in dem Palm und 6210 zueinander stehen/liegen, der Abstand der beiden Geräte, die Sonneneinstrahlung (im Schatten koppelt es sich besser), die Signalstärke des Mobilfunknetzes, klar, auch der ganze Frickelkram bezüglich POP3 und WAP mit seinen endlosen Optionen. Irgendwann gelingt der E-Mail-Versand, die wenigen hundert Bytes mit einem Gruß an die Arbeitskollegen sind herausgegangen. Ob ich eine Antwort erhalten werde?
Ja, am nächsten Tag lädt das E-Mail-Programm tatsächlich eingegangene E-Mails herunter. Die meisten kann ich nur deshalb lesen, weil man als Web-Programmierer gewohnt ist, HTML-Tags auszufiltern und zwischen den Tags zu lesen – diese HTML-E-Mails sind wirklich eine Seuche … Ob es wohl irgendwann einmal einen Palm geben wird, der auch HTML-E-Mails korrekt darstellen kann? Oder gar einen Palm mit eingebautem Mobiltelefon? Das wäre toll, dann bräuchte ich nicht immer zwei Geräte mit mir herumtragen.