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Russian Ark (Alexander Sokurow, Deutschland/Russland 2002)
Ein russischer Filmemacher und ein Diplomat aus dem 19. Jahrhundert spazieren gemeinsam durch die Eremitage und werden Zeugen von 300 Jahren russischer Geschichte.
Schon diese kurze Inhaltsangabe musste ich mir zum ich mir zum Teil ergooglen. Denn was Alexander Sokurow („Faust“) dem Zuschauer hier zeigt, ist sowohl inhaltlich, erzählerisch als auch formal keine leichte Kost. Unzählige historische Details werden dem Zuschauer durch auftauchende Personen, Gemälde und Gespräche vor den Latz geballert. Keine Ahnung, was ich da alles gesehen habe. Hinzu kommt, dass die Identitäten der „Protagonisten“, also der Erzähler, die den Zuschauer den Film über begleiten – der zeitgenössische Filmemacher (Sokurow?) und der französische Diplomat –, lange im Unklaren bleiben; und auch wenn man erst einmal durchschaut hat, wer da über was spricht, ist einem die Intention der Figuren noch lange nicht klar.
Bekannt ist „Russian Ark“ aber wohl vor allem aus formalen Gründen – und diese waren es letztendlich auch, die mich für den Film eingenommen haben. Der Film besteht nämlich aus einer einzigen Plansequenz. Es gibt keinen einzigen Schnitt. Dass dieses Filmprojekt ziemlich schwierig zu realisieren gewesen sein muss, kann man sich leicht vorstellen. Aber es ist nicht der Respekt vor der technischen Umsetzung, der mich an dem Film so fasziniert. Es ist die Wirkung, die eine 90-minütige Kamerafahrt durch ein fantastisches Gebäude und das komplexe Geflecht und die genialen Übergänge aus beziehungsweise zwischen neu und alt, Geschichte, Kunst und politischem Kommentar, aus verschiedenen Realitäten auf mich gehabt hat.
Nach einmal Sehen kann ich keine qualifizierten Kommentare zu „Russian Ark“ abgeben. Ich kann nur sagen, dass ich ihn herausfordernd und beeindruckend fand. Und dass er genau die Art Hausaufgabe war, die ich mir im Twitterfilmclub wünsche.