Im Sommer 2011 wird die friedliche Revolution zum bewaffneten Kampf. Wie soll man weiterhin durch die Straßen ziehen und regimekritische Parolen anstimmen, wenn die Armeepanzer die Plätze besetzen, in den aufständischen Vierteln Streife fahren und Dörfer einkreisen, die von der Opposition gehalten werden? Wie die Stellung halten, wenn die Soldaten das Feuer auf die Demonstranten eröffnen? Fast überall greifen Zivilisten zu den Waffen, um den Protestmärschen Begleitschutz zu geben. Zugleich wächst die Anzahl der Deserteure. Eine "Freie Syrische Armee" bildet sich und sucht unter ihrer Flagge die Einheiten dieser lokalen Widerstandskämpfer zu vereinen. Die Opposition hält es damals für möglich, das Regime mit Waffengewalt zu stürzen.
Garance Le Caisne, “Codename Caesar: im Herzen der syrischen Todesmaschinerie” (S. 60-61)











