Zur Frage der Vokalbelerei
Ich habe mich lange dagegen gewehrt, die Mathematik hier Einzug halten zu lassen. Dem aufmerksamen Leser aber ist sicher aufgefallen, dass sich das in letzter Zeit geändert hat. Nach drei Jahren des Physikstudiums ist es nun mal so, ich muss es eingestehen: Ich denke in Wahrheitstabellen und ich fühle mich in Symmetrien hinein. Eine Logelei ist für mich emotionsbeladen. Differentialgleichungen stellen das Mobiliar meiner geistigen Niederlassung. Und ich frage nicht mehr “wo bin ich” sonder “in welcher Dimension”.
Warum unterdrückte ich das so lange? Weil es nicht immer allgemeinverständlich ist. Weil viele Menschen ebendiese Ausdrucksweise sogar abstoßend finden, weil sie sie (schlimmstenfalls) nur an ein ungeliebtes Schulfach erinnert. Für mich ist es wie ein neuer Filter, der sich über alle meine Sinne gelegt hat. War ich vorher ein sumpfiger Irrgarten, so bin ich jetzt ein verschachteltes, aber eckiges Labyrinth.
Letztlich schreibe ich alles hier für mich, denn wovon sonst, als von mir und meiner Perspektive, könnte ich erzählen? Es wäre Heuchelei, wenn ich sagte, ich könne für mehr als nur mich schreiben. Was weiß ich, ob ihr ein Spinnennetz oder ein Ozean seid?
Daher gibt es ab jetzt mehr Vorzeichengewürfel und garstige Indiceschlachten.









