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© Tina Hötzel
Neustädtel, Germany 1920
D r e s d e n
Woman with a carnation, formerly attributed to Lucas Cranach the Elder (1472-1553). Musée Anne de Beaujeu, Moulins.
Mourning attire from Nardt, Saxony
Sächsische IV K 99 1568-7 der Preßnitztalbahn am Wasserhäuschen des Bahnhofes Steinbach (bei Jöhstadt) Bauart Günther-Meyer mit 750 mm Spurweite.
(English text below)
Die Günther-Meyer-Gelenklokomotiven sind eine sächsische Speziallösung für enge Radien und leichte Oberbauten – berühmt geworden am Beispiel der sächsischen IV K (Schmalspur, später DR-Baureihe 99.51–60). Ihre Kernidee: zwei Triebwerksgruppen in einem Lokrahmen, wobei mindestens eine Einheit seitlich beweglich (gelenkig) gelagert ist. So bleibt die Lok trotz vergleichsweise hoher Zugkraft kurvengängig und läuft auf Strecken mit „Spielzeugradien“, wie sie im Erzgebirge und auf vielen sächsischen Schmalspurbahnen typisch waren.
Die IV K ist eine vierzylindrige Verbundlok. Der Dampf arbeitet nicht nur einmal, sondern in zwei Druckstufen.
Hochdruckstufe (HD)
Frischer Kesseldampf geht zuerst in die beiden Hochdruckzylinder.
Diese sitzen auf dem hinteren Triebgestell.
Der Dampf expandiert dort und verrichtet Arbeit.
Niederdruckstufe (ND)
Der nun entspannte, aber noch energiehaltige Dampf strömt weiter in die beiden größeren Niederdruckzylinder.
Diese sitzen auf dem vorderen Triebgestell.
Dort expandiert der Dampf erneut und gibt ein zweites Mal Kraft ab.
Erst danach geht er ins Blasrohr und in den Schornstein.
Typisch ist außerdem die gleichmäßige Achslastverteilung: Statt eine einzelne starre Maschine schwer zu machen, verteilt die IV K das Gewicht über mehrere Kuppelachsen – gut für schwache Gleise und Brücken. Der Kessel sitzt auf dem Hauptrahmen, während die Triebwerke den Gleisbogen „mitnehmen“. Ergebnis: viel Traktion, kleiner Verschleiß in Kurven, hohe Alltagstauglichkeit – und genau deshalb wurde die IV K zum Rückgrat der sächsischen Schmalspur über viele Jahrzehnte.
Saxon IV K 99 1568-7 of the Preßnitztalbahn railway at the water tower of Steinbach station (near Jöhstadt). Günther-Meyer design with 750 mm gauge.
The Günther-Meyer articulated locomotives are a Saxon special solution for tight radii and light superstructures – made famous by the example of the Saxon IV K (narrow gauge, later DR class 99.51–60). Their core idea: two engine groups in one locomotive frame, with at least one unit mounted laterally movable (articulated). This allows the locomotive to navigate curves despite its comparatively high tractive force and run on routes with ‘toy radii’, as were typical in the Ore Mountains and on many Saxon narrow-gauge railways.
The IV K is a four-cylinder compound locomotive. The steam works not just once, but in two pressure stages.
High pressure stage (HD)
Fresh boiler steam first enters the two high-pressure cylinders.
These are located on the rear driving bogie.
The steam expands there and performs work.
Low pressure stage (LP)
The steam, now relaxed but still containing energy, flows on into the two larger low-pressure cylinders.
These are located on the front driving bogie.
There, the steam expands again and delivers power a second time.
Only then does it enter the blowpipe and the chimney.
Another typical feature is the even axle load distribution: instead of making a single rigid machine heavy, the IV K distributes the weight over several coupled axles – good for weak tracks and bridges. The boiler sits on the main frame, while the engines ‘carry’ the track curve. The result: high traction, low wear in curves, high suitability for everyday use – and that is precisely why the IV K became the backbone of Saxony's narrow-gauge railways for many decades.
Der vermeintliche Erfolg der CDU bei den Wahlen geht nicht zuletzt darauf zurück, dass Tausende Anhänger von Grünen, FDP, SPD und auch der Linken, ja sogar Nichtwähler ihr Kreuz bei der Union machten. Nicht, weil sie die Politik der Union, oder Voigt oder Kretschmer gut finden. Sie wollten die Braunen verhindern. Nicht mehr, nicht weniger.
Voigt, Kretschmer und Merz könnten nun sagen: Wir nehmen eure Sorgen ernst. Wir verstehen, dass wir für euch nur das kleinere Übel sind, dass ihr Politik wollt, die der Hetze der AfD klar entgegensteht.
Stattdessen inszenieren sie sich als diejenigen, die "klare Regierungsaufträge" bekommen haben. Mit geschwellter Brust sprechen sie von der Abstrafung der Ampel, der Abwahl Ramelows.
Es erfordert Demut, sich einzugestehen, dass man GERADE NOCH SO besser ist als eine Bande von Faschisten.
Achtung: längerer Post.
We have to talk über Dialekte. Um spezifischer sein, ostdeutsche Dialekte.
Ich muss sagen, ich weiß nicht genau wie ich das in Worten ausdrücken soll, aber jedes mal wenn sächsisch als Punchline für einen Witz genutzt wird, könnte ich ausrasten. Das eigentliche Problem ist nicht mal das der Dialekt in einem Witz verwendet wird, sondern das öfters eine Bewertung mitschwingt. Entweder eben der dumme Ossi (weil oftmals auch nicht zwischen den verschiedenen Dialekten im Osten unterscheidet wird und weil die DDR mal existiert hat) oder jetzt in neueren Zeiten der dumme, rechte Ossi. Und wer Dialekt spricht, wird auch eher als ungebildet angesehen. Toll.
(Ich weiß Witze über Bayern und den dazugehörigen Dialekt existieren auch, aber Bayern hat keine DDR-Geschichte.)
Es ist ärgerlich, weil das eine Erfahrung ist die viele Westdeutsche nie haben werden. Ich rede an dieser Stelle von Westdeutschen, denn sollte ich jemals in den Westen ziehen wird mich meine Aussprache und mein Vokabular als ostdeutsch verraten. Und wenn man ostdeutsch ist, haben einige Menschen viele Vorurteile. Ich muss wahrscheinlich nicht mal aufschreiben über welche Vorurteile ich rede.
Ein Gespräch werde ich wahrscheinlich nie vergessen, das hat mich stark geprägt. Ein Gruppenchat auf WhatsApp mit gleichaltrigen und progressiven Menschen. Es beginnt ein Gespräch über Ostdeutschland und Politik. Es fällt irgendwann die Aussage (bedeutungs- aber nicht wortgenau), dass man ja alle Nazis nach Ostdeutschland packen könne, denn die Leute dort haben ja kein Problem damit. Diese Aussage macht mich bis heute wütend. Es ist auch nicht viel besser wenn Leute fordern, dass wieder eine Mauer aufgebaut werden soll. Glückwunsch, keine Solidarität mit ostdeutschen Linken zu haben ist total cool. Manchmal fehlt es an Perspektive, manchmal an Verständnis, manchmal sind Leute auch nur ignorant und haben das Privileg die AfD nur als ostdeutsches Problem zu sehen.
Dieser Post ist eigentliche nur eine Erweiterung meines Wahl Post, aber naja.