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Schwedischkurs in Schweden
Hej hej und herzlich willkommen zu meinem ersten richtigen geschriebenen Blogpost! Diesmal geht es um meinen Sprachkurs in Schweden.
Dieses Jahr war ich für drei Wochen in Schweden, um endlich besser Schwedisch zu sprechen. Wieso das (ausser natürlich, weil Schwedisch eine coole Sprache ist)? Naja, ich studiere Nordistik (und Religionswissenschaft). Nordistik hat nichts mit Logistik oder gar Nudistik zu tun, wie manche Leute schon angenommen haben, sondern befasst sich mit Wikingern, nordischen Sprachen und allem was mit Skandinavien zu tun hat. Religionswissenschaft ist übrigens auch NICHT Theologie, aber dazu vielleicht in einem anderen Post mehr.
In der Nordistik lerne ich Schwedisch und Isländisch und es ist obligatorisch einen Sommerkurs für seine Hauptsprache zu machen. In meinem Fall ist das Schwedisch, weil Isländisch viel zu schwer ist, um damit mal später Sachen für die Uni zu schreiben.
Deshalb habe ich mich also diesen Sommer auf nach Schweden gemacht! Genauer gesagt auf eine kleine Insel namens Tjörn (gesprochen: Schörn), die im Südwesten Schwedens und nahe an der grossen Stadt Göteborg liegt. Aus Umweltgründen und weil es schön abenteuerlich ist, bin ich mit Interrail gefahren – Von Basel nach Hamburg, dann nach Kopenhagen und schliesslich nach Göteborg, wo ich den Bus auf Tjörn genommen habe.
Auf Tjörn selbst war ich mit vielen Studenten aus aller Welt in der Billströmska Volkshochschule untergebracht und habe drei Wochen lang Schwedisch geübt. Im Umkreis gab es zwar nicht so viele Attraktionen oder Sehenswürdigkeiten, aber dafür haben wir an der Schule viele Einblicke in die schwedische Kultur erhalten und an den Wochenenden Ausflüge gemacht. So haben wir zum Beispiel das Mitsommerfest mit Live Musik, Blumenkronen und typischen Tänzen um einen Mittsommerbaum nachgefeiert. Ein absolutes Highlight für mich. Ausserdem sind wir nach Göteborg und Marstrand gefahren. Besonders Marstrand hat mir super gut gefallen. Auf einem Hügel gibt es dort die Karlstens Fästning, ein imposantes Schloss auf dem früher Gefangene ein hartes Leben führen mussten… Richtig dramatisch🔥. Ausserdem gab es auf der Insel auch den ersten bekannten Crossdresser Schwedens, Lasse-Maja. Lasse-Maja lebte ein ziemliches Gaunerleben und «verdiente» sich als Trickdieb. Oft gab er sich dafür als weibliche Haushälterin aus. Obwohl er ein Analphabet war, liess er seine Memoiren niederschreiben, die bis heute in Schweden Anklang finden.
Gegessen haben wir auch viel! Es gab jeden Tag fünf Mahlzeiten: Frühstück, Mittagessen, Abendessen und Fika. Fika hat nichts mit dem deutschen Wort, an das jetzt vielleicht ein paar denken zu tun, sondern ist mehr so was wie eine Kaffeepause, die bei den Schweden sehr beliebt ist. Dazu gibt es dann auch was Kleines zu essen.
Und fast jeden Abend gab es einen schwedischen Film zu schauen. Besonders gut hat mir Unga Astrid gefallen, der von Astrid Lindgren als junge Frau handelt. Gezeigt wird, wie sie gegen veraltete Normen kämpft und sich weigert den Vater ihres unehelichen Kinds zu heiraten. Auch der Film Elina – som om jag inte fanns, der von einem kleinen Mädchen und der harten Sprachpolitik in den 50er Jahren in Schweden handelt, hat mich sehr berührt. Der Film spielt in Tornedalen, wo finnisch gesprochen wird, was man damals aber in den Schulen ausmerzen wollte. Schliesslich möchte ich aber auch noch den Film Gräns erwähnen, der mit der Figur des Trolls versucht unsere binären Weltvorstellungen auf den Kopf zu stellen. Das Andere und Liminalität in den Bereichen zwischen Mensch und Tier und den Geschlechtern wird hier thematisiert.
Sooooo und das wär’s für dieses Mal auch schon gewesen!
Ich wünsche euch allen einen schönen «Rest-Sommer»!
Eure Muriel.