Ihr seid alle taub und blind. Manchmal wünschte ich, ich müsste diesen Satz nicht so oft denken. Und manchmal wünschte ich, selbst taub und blind zu sein. Da...
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Ihr seid alle taub und blind. Manchmal wünschte ich, ich müsste diesen Satz nicht so oft denken. Und manchmal wünschte ich, selbst taub und blind zu sein. Dann frage ich mich, ob ich in Wahrheit nicht genau das bin. Taub und blind und verrückt. Aber wahrscheinlich muss man wahnsinnig sein um sehen und hören zu können. Und je mehr man sieht und hört, desto wahnsinniger wird man. Wahrscheinlich gibt es kein Zurück mehr, sobald man gesehen und gehört und gefühlt hat wie die eigene Welt zersplittert und zerfällt und bebt vor Schönheit, Wahnsinn und Schauer. Ich kann mich nicht einmal erinnern wie ich zuvor war, ich glaube ich war schon immer so, ja, ich kann mich nur daran erinnern, dass ich einmal dachte ich könnte mich diesem Zauberbann entziehen. Ich erinnere mich wie ich in den Fäden des Schicksals zappelte, wie ein Fisch, der um sein Leben fürchtet und zappelt, wild und wütend und traurig. Ich erinnere mich, wie ich mich immer am Rande des Wahnsinns fühlte, voller Angst ihm zu verfallen, bevor ich wusste wie süss Wahnsinn sein kann. Wie süss und wohlig es doch ist ihm zu verfallen, in seiner Tiefe zu baden und ihn einzuatmen, ihn mit jedem Atemzug in seine Lungen zu ziehen, bis nichts anderes mehr übrig bleibt. Ich dachte ich könnte mich gegen mein Schicksal wehren, könnte mich dagegen wehren die zu sein, die ich bin. Ich dachte, ich könnte bloss die Augen schliessen, die Ohren zudrücken, vergessen dass ich je gesehen und gehört habe, das Leben einer andren leben. Ein gutes Leben, ein normales Leben, ein einfaches Leben. Ich habe versucht so wie sie zu sein, so wie die, die weder sehen noch hören, so wie alle anderen. Ich wollte so sein wie sie, ich wollte das, was man in unserer Gesellschaft als ein ansehnliches Leben bezeichnet, ich wollte so sein, wie man mich will. Ich wollte gefallen, gelobt werden, gelobt dafür, dass ich mich so gut angepasst hatte, so ein guter, korrekter Mensch mit den richtigen Ansichten geworden bin. Ich wollte gelobt dafür werden, dass ich mich trotz anfänglicher Schwierigkeiten so gut in die Gesellschaft eingefügt hatte, dass ich so rational und vernünftig war meine dummen Kinderträume zu begraben, all die dummen Märchen zu vergessen, an die ich geglaubt hatte und mich all denen angeschlossen zu haben, die für so einen Unsinn bloss ein spöttisches Lächeln übrig hatten.
Und dann wollte ich sterben.















