Tag 2279 / Nach dem Streit mit Mutti heiß geduscht mit Duftgel und mich mit Duftöl lang eingerieben
Mir Wärme gegeben und Streicheleinheiten.
Warum duschst du immer so lange?
Duschst du immer noch?
Ich musste so lange duschen, weil das Wasser mich umarmt hat, mich gewärmt, gestreichelt.
Das Wasser konnte und kann mir geben, was meine Familie nicht kann.
Alles, was du jetzt wieder falsch machst, ist vorsätzlich.
Pingpong
Verabreden, verschieben
Respektlos
Die emotionale Instabilität bringst du rein.
Ich will keine Wutreden schreiben, keine Wut spüren.
Klinaschutzdemo, aber Klima zu Hause verpesten.
Mein Zuhause, meine Heimat seid ihr nicht.
Im Meeting an Karmen gedacht, die Mitarbeiterin von Jochen.
Wenn sie Klinik macht und dann weiter wie bisher
Gleicher Job
Gleicher Druck
Gleiches Umfeld
seh ich schwarz
Sie ist genau so übergewichtig wie ich.
Ihre ganze Persönlichkeit, ihr eigenes Wesen verschwindet hinter der Fettmauer.
Was interessiert sie denn eigentlich?
Hockey?
Trauer ausleben um den Bruder?
Eine liebevolle Beziehung?
Jochen darf kein Idol für so jemanden sein.
Alkoholismus bewältigen heisst, sich selbst kennenlernen und annehmen, auch mit den Schwächen, die man zum Teil versucht hat durch Alkohol zu kompensieren.
Trauer aushalten, zulassen.
Wochenlang wie ausgehöhlt, schmerzend, dumpf, traurig, als ob auch in mir was gestorben ist, durch Berlin geschleppt nach Katzis Tod.
Annehmen, dass ich keinen 40-Stunden-Job mehr kann.
Annehmen, dass ich zunehme.
Annehmen, dass die Wohnung wirklich nicht schön, nicht einladend aussieht.
Eure Missachtung, nicht nachfragen, nicht melden, ist das Grausamste.
Ich würde die Karmen gar nicht mitnehmen wollen zu AA.
Grinsend hätte einer neulich vom Rückfall erzählt.
Kofi musste Ives blocken, weil er sie druff zutextet.
Und meine Mutter macht so ne Scheisse mit mir.
Sicherlich ist es schade.
Ist doch deine Mutter.
Aber wenn sie beschissene Zustände evoziert.
Deine Tochter ist Alkoholikerin.
Und du bringst sie mit deinem Verhalten in extreme Rückfallgefahr. Du hältst dich nicht an Absprachen. Du sagst nicht, dass ich mehrmals die Woche Gruppen für Alkoholiker aufsuchen muss, um trocken zu bleiben. Sagst nicht, dass sich meine Schwester leider auch gar nicht (mehr) kümmert seit Ende der Nullerjahre und alles an dir hängen bleibt, Agatha aber zusätzlich viel professionelle Hilfe braucht.
Suchtberatung, Suchtklinik, Suchtnachsorge, Therapie, Arzt, Psychiatrische Gruppen, Selbsthilfegruppen, Berufliche Reha, Praktika, Integrationsfachdient, Berufsbegleitung, Betreutes Wohnen
Agatha ist schwer krank, aber sie hat auch momenteweise ein schönes Leben, leider nicht mit ihrer Familie.
Die Familie ist mit eine Ursache für ihre schwere Erkrankung.
Ich werde freier sein ohne euch.
Glücklicher
Ich werde mehr ich sein.
Ich tauche mich jetzt in Liebe