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Werder verliert - Skripnik angezählt
Es wird sehr, sehr eng für Werder Bremen im Kampf um den Bundesliga-Klassenerhalt. Die Hanseaten verloren am Sonnabend trotz Führung mit 1:2 (1:0) gegen den FC Augsburg. Die Bremer rutschten durch die Pleite gegen den direkten Konkurrenten auf den 16. Tabellenplatz ab. Bedenklich ist vor allem die Heim- und Abwehrschwäche. Nur zwei Siege gelangen in 14 Partien im Weserstadion. Zu null hat Werder in dieser Saison noch immer nicht gespielt. „Der Frust ist sehr groß bei uns“, beschrieb Kapitän Clemens Fritz im NDR 2 Interview die Gemütslage bei den Bremern.
Geschäftsführer Thomas Eichin zeigte sich schockiert und zählte seinen Trainer Viktor Skripnik an: „Ich kann einen Trainerwechsel nicht mehr ausschließen. Wir werden uns jetzt zusammensetzen und beraten, was das Beste ist. Wir müssen viele Gespräche führen und dann eine Entscheidung treffen. In der Bundesliga ist keine Position nicht verhandelbar. Ich schließe momentan gar nichts aus.“ Skripnik gab sich hingegen kämpferisch: „Ich werfe nicht das Handtuch und entlasse mich nicht selbst. Das ist nicht mein Charakter.“
Die Erwartungen der Bremer Fans an ihre Elf sind groß: Werder kämpft zu Hause gegen den FC Augsburg – und gegen den Abstieg. Es ist das Duell zwischen dem 15. und 16. der Tabelle.
Die Mannschaft von Trainer Viktor Skripnik kommt gut in die Partie und ist überlegen. Die Gäste beschränken sich dagegen auf die Defensivarbeit.
Theodor Gebre Selassie (vorne) versucht es mit einem Fallrückzieher, trifft den Ball aber nicht richtig.
Von den Gästen kommt weiterhin wenig. Nicht verwunderlich deshalb die Toschussbilanz der ersten Hälfte: 9:0 für Werder. Der Führungstreffer lässt aber auf sich warten.
Kapitän Clemens Fritz (l.) kann sich gegen Halil Altintop durchsetzen. Doch auch er entwickelt keine Torgefahr.
Werders Trainer Skripnik ist nicht zufrieden mit seiner Mannschaft. Es fehlen die durchdachten Offensivaktionen.
Dann endlich der Befreiungsschlag für die Bremer: Florian Grillitsch zieht aus rund 20 Metern ab – und trifft. Augsburgs Keeper Hitz sieht den Ball zu spät.
Bremens Torschütze Grillitsch (vorne) freut sich über seinen Führungstreffer.
Augsburg kommt sichtlich entschlossener aus der Kabine. Die Bayern agieren nun gefährlicher.
Die Gäste belohnen sich für ihr Engagement. Alfred Finnbogason nutzt die Flanke von Teamkollege Caiuby und versenkt den Ball im Werder-Tor.
Bremens Torwart Felix Wiedwald ärgert sich über den Ausgleichstreffer. Wieder bleibt der Keeper nicht ohne Gegentor.
Und es kommt noch bitterer für Bremen: Der eingewechselte Jeong-Ho Hong schießt die Augsburger kurz vor dem Ende zum Sieg.
Ein nachdenklicher Trainer Skripnik: Seine Mannschaft steckt fünf Spieltage vor dem Ende mittendrin im Abstiegskampf.
Grillitsch trifft kurz vor der Pause aus der Distanz
Tore: 1:0 Grillitsch (43.) 1:1 Finnbogason (53.) 1:2 Hong (87.) Werder Bremen: Wiedwald – Gebre Selassie, Galvez, Vestergaard, S. Garcia – Grillitsch (81. Kleinheisler) – Öztunali (61. Yatabaré), Fritz, Junuzovic, Bartels (88. Lorenzen) – Ujah FC Augsburg: Hitz – Opare, Gouweleeuw, Klavan, Max – Baier, Janker (86. Hong) – Esswein (38. Bobadilla), Hal. Altintop, Caiuby – Finnbogason (80. Werner) Zuschauer: 41000
Weitere Daten zum Spiel
Der Ukrainer musste wie in Dortmund auf den verletzten Torjäger Claudio Pizarro verzichten. Noch größer war jedoch die Not beim Gegner: FCA-Coach Markus Weinzierl fehlten gleich neun Profis. Deshalb schickte er seine Elf mit der Vorgabe aufs Feld, möglichst schnörkellos zu spielen. So droschen die Augsburger den Ball meist hoch nach vorne. Schön anzuschauen war das nicht, gefährlich für die anfällige Bremer Abwehr zunächst ebenfalls nicht. Werder war überlegen, ein Feuerwerk an Ideen entwickelten die Bremer im Angriff allerdings auch nicht. In der fünften Minute setzte sich Jannik Vestergaard im Luftduell durch, sein Kopfball ging aber direkt auf Augsburgs Keeper Marvin Hitz. Danach passierte knapp 40 Minuten – nichts. Das Niveau der Partie entsprach den Tabellenständen der Protagonisten. Das war den Werder-Fans zur Pause jedoch herzlich egal, denn in der 43. Minute fasste sich Grillitsch ein Herz und zog aus 20 Metern ab. Hitz war die Sicht versperrt und so schlug der Ball im FCA-Kasten ein.
Hong sorgt für Riesenfrust bei den Bremern
Die indisponierten Gäste mussten nach dem Seitenwechsel etwas ändern. Sie wurden offensiver und profitierten davon, dass die Bremer Abwehr einfach nicht in der Lage ist, über 90 Minuten konzentriert zu bleiben. Caiuby durfte von links unbedrängt flanken, Alfred Finnbogason entwischte seinem Bewacher Vestergaard und nickte ein (53.). Für Werder-Keeper Felix Wiedwald setzte sich damit eine missliche Serie fort: Er kassierte auch im 29. Saisonspiel zumindest einen Gegentreffer. Es war nun eine Begegnung auf Augenhöhe, immer noch mit vielen Unzulänglichkeiten, aber spannend und umkämpft. Werder hatte seine besten Szenen nach Standardsituationen. In der 70. Minute setzte sich Vestergaard erneut durch, Philipp Max schlug den Ball in höchster Not aus der Gefahrenzone. Weitere Chancen erspielten sich die Hausherren trotz großen Aufwands nicht. Es reichte nicht einmal für einen Punkt. Jeong-Ho Hong kam drei Minuten vor dem Ende aus fünf Metern zum Schuss, traf und sorgte für Riesenfrust bei den Hausherren, die mit einem Pfeifkonzert von den eigenen Fans verabschiedet wurden.
Lange nach dem Spiel beließen es einige Bremer Anhänger nicht bei Pfiffen. Sie beschimpften einige Werder-Profis, als die sich auf den Weg zu ihren Autos machten. Ein Sicherheitsdienst und Polizeikräfte begleiteten anschließend die Bremer Spieler.
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