Der Hafen
Ich fahre fast jährlich mit einer Fähre von einem Hafen aus. Mal von Italien aus, mal von Frankreich, Mal von Algerien, mal von Tunesien oder wie dieses Jahr von Spanien. Ich hab schon so einige Häfen in meinem Leben gesehen. Ein Hafen ist ein besonderer Ort. Auf einer Seite hat man das Meer, die Ruhe, die Natur und die Weite aber gleichzeitig hat man von der anderen Seite die Stadt, den Lärm, die Enge und vor allem den Stress. Bevor ich in die Fähre einsteige muss ich erst noch Stunden in der Sonne warten, viele Papiere ausfüllen, Menschenmengen ertragen und vieles mehr. Erst wenn ich durch diesen Stress gehe erreiche ich das Innere der Fähre und somit das Meer. Wer zur Ruhe will muss erstmal durch die Unruhe.
In meiner Installation habe ich viele Stühle durcheinander auf dem Boden gelegt, zerrissenes und zerknülltes Papier auf dem Boden geworfen und die Wände und den Boden mit weißem Stoff bedeckt. Ich habe verschiedene Aufgaben ausgeteilt, die sehr schwierig und Nervenaufreibend waren. Ich wollte, dass meine Kommilitonen und mein Dozent ähnlichen “Stress” verspürt. Unter anderem gab es Aufgaben wie einen Text auf lateinisch singen, Formulare in kürzester Zeit ausfüllen, ohne aufzuhören laut schreien, Abitur Matheaufgaben in kürzester Zeit lösen, mit geschlossenen Augen auf einem Bein stehen und ein sehr schweres Rätsel lösen.
Im Anschluss durften sich alle einen beibiegen Platz suchen. Das Licht wurde ausgemacht, Meeresgeräusche wurden abgespielt und alle wurden gebeten ihre Augen zu schließen und sich vorzustellen am Meer oder am Hafen zu sein. So konnten sich alle von dem “Stress” erholen und kurz entspannen.












