Die Frage aller Fragen - ist Milch gesund oder nicht? 🥛
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Die Frage aller Fragen - ist Milch gesund oder nicht? 🥛
Konstanz: Motorradfahrer bespuckt Autofahrerin
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Konstanz: Motorradfahrer bespuckt Autofahrerin was originally published on
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photographed by: @derletzteprinzpinocchio
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Kind: Spuckt auf den Boden Mutter: „Wir spucken nicht. Was im Mund ist wird geschluckt!“ Vater: Zieht die Augenbraue hoch Mutter: „Du bist ruhig!“
Spucken, pöbeln, drohen – Alltag auf dem Amt
Stand: 17.01.2017 07:31 Uhr
von Tim Radtke
“Am schlimmsten war die Morddrohung. So aus dem nichts. Ich wusste überhaupt nicht, wie ich damit umgehen sollte.” Anja K. (Name geändert) hat noch immer einen Kloß im Hals, stockt ein wenig, wenn sie darüber spricht. Dabei ist es schon Monate her, dass die Mitarbeiterin eines Jobcenters in Kiel bedroht worden ist. Ein Kunde hatte Anja K. direkt ins Gesicht gesagt, dass er ihr etwas antun werde. Nur, weil sie ihren Job macht. Sie hatte schon zuvor einiges erlebt: Beleidigungen, Drohungen. “Einmal hat mir ein Kunde auch ins Gesicht gespuckt. Es gibt kaum etwas Erniedrigenderes”, sagt sie. All das konnte sie wegstecken. Sie weiß, dass sie manchmal harte Entscheidungen treffen und vermitteln muss. Aber nach der Morddrohung konnte sie erst einmal einige Wochen nicht arbeiten und musste betreut werden.
Sicherheitsdienste unterstützen Behörden
In der Arbeitsagentur in Kiel gehen jeden Tag viele Leute ein und aus.
Stefan S. ist für eine Sicherheitsfirma hier im Einsatz, denn – wie in vielen Behörden – gehen immer wieder Besucher die Mitarbeiter verbal an oder werden handgreiflich.
Erst neulich hat ein frustrierter Besucher nach einem Beratungsgespräch eine Glastür eingetreten.
Stefan S. hält den Randalierer fest und bringt ihn nach draußen. Jemand anders ruft die Polizei.
Viele Mitarbeiter von Behörden wurden schon persönlich beleidigt oder bedroht. Eine Jobcenter-Mitarbeiterin in Kiel…
… berichtet uns von einer Morddrohung. Ein Kunde sei wütend geworden, weil ein Bescheid über Geld nicht ausfiel, wie er gehofft habe.
Der Vorsitzende des Deutschen Beamtenbundes im Land, Kai Tellkamp, fordert mehr Unterstützung für die Beschäftigten auf den Ämtern. Und: Jeder Fall von verbaler oder körperlicher Gewalt muss angezeigt werden, findet er.
Drohbriefe im Briefkasten, Farbbeutel an der Hauswand
Vorfälle, wie diese sind kein Einzelfall, sagt Kai Tellkamp, der Vorsitzende des Deutschen Beamtenbundes in Schleswig-Holstein. Die Zahl von Übergriffen auf Behördenmitarbeiter, auf Angestellte von Kreis- und Amtsverwaltungen oder von Jobcentern nimmt zu, sagt Tellkamp. “Im Raum Flensburg gab es beispielsweise einen Fall, da fand ein Behördenmitarbeiter Drohbriefe bei sich zu Hause im Briefkasten”, sagt Tellkamp. “Farbbeutel landeten an der Hauswand. Das steckt eine Familie nicht so einfach weg. Das hat sie wochenlang beschäftigt.” Die Hemmschwelle, solche Drohungen auszusprechen und auch Gewalt anzuwenden, ist nach seiner Einschätzung in den vergangenen Jahren deutlich gesunken.
Respekt gegenüber Behördenmitarbeitern hat nachgelassen
“Er sagte: ‘Dich mache ich einen Kopf kürzer'”
NDR 1 Welle Nord – Guten Morgen Schleswig-Holstein – 17.01.2017 07:10 Uhr Autor/in: Bastick, Jan
Es passiert in Amts-, Kreis- oder Stadtverwaltungen. Es passiert im Jobcenter. Die Gewalt gegen Behördenmitarbeiter nimmt zu. NDR 1 Welle Nord Moderator Jan Bastick spricht mit einer Betroffenen.
Das stellt auch Nina Fiedler von der Kreisverwaltung in Rendsburg-Eckernförde fest: “Das gab es vor fünf bis sechs Jahren noch gar nicht. Der Respekt hat ganz eindeutig nachgelassen”, sagt sie. Weil auch im Kreishaus solche Vorfälle häufiger geworden sind, hat die Verwaltung reagiert. Wer jetzt das Kreishaus betritt, der sieht zuerst einen Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes in dunkelblauer Uniform. Die Verantwortlichen in Rendsburg hatten bereits vor den tödlichen Schüssen auf einen Finanzbeamten 2014 ein umfangreiches Sicherheitskonzept auf den Weg gebracht.
“Alarm-Eier” an jedem Arbeitsplatz
Mittlerweile sind alle Büros in der Kreisverwaltung umgestaltet. Es gibt Fluchtwege, die zusammen mit der Polizei eingerichtet worden sind. Auf den Tischen stehen keine schweren Gegenstände mehr, damit diese nicht als Schlagwaffe eingesetzt werden können. Außerdem gibt es an jedem Arbeitsplatz sogenannte Alarm-Eier: “Die sind mit einem kleinen Seil am Bildschirm befestigt, so dass man sie mit einem Ruck alarmieren kann”, sagt Nina Fiedler. Die Eier lösen ein sehr lautes Geräusch aus. “Wir hatten tatsächlich schon Vorfälle, bei denen so ein Schrei-Ei ausgelöst worden ist. Da sind Kollegen aus den anderen Büros sofort gekommen und haben gefragt, ob sie helfen können”, erzählt sie.
Experten coachen Verwaltungsbeamte
Zusätzlich haben Mitarbeiter in Schulungen gelernt, wie sie in kritischen Situationen reagieren müssen. Wie können sie eine Auseinandersetzung vorzeitig beenden? Wie können sie sich vor körperlichen Angriffen schützen? Und wie helfen sie ihren Kollegen in einer Notlage? Auf derartige Schulungen ist auch das Diba-Institut aus Osterrönfeld (Kreis Rendsburg-Eckernförde) spezialisiert. Die Trainer haben unter anderem die Mitarbeiter der Kieler Jobcenter und der Kreisverwaltung in Stormarn fit gemacht.
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Keine Toleranz gegenüber Angreifern – das fordert Kai Tellkamp vom Beamtenbund.
Beamtenbund fordert zentrale Statistik
Kai Tellkamp vom Beamtenbund fordert mehr derartige Kurse – und noch mehr Konsequenzen. Die Verwaltungen müssten ihre Mitarbeiter anhalten, solche Vorfälle immer anzuzeigen. “Es sind ja oftmals Straftatbestände, auch Beleidigungen oder Drohungen”, sagt er. Auch diese Vorstufen zur Gewalt müssten Konsequenzen haben. “Die Aggressoren müssen wissen: Das wird nicht toleriert”, sagt Tellkamp. Eine Übersicht, wie viele Angriffe es tatsächlich in Schleswig-Holstein jedes Jahr gibt, hat der Beamtenbund bislang nicht. Auch das müsse sich ändern. Eine zentrale Stelle sollte solche Vorfälle registrieren, sagt Tellkamp. “Es muss endlich klar werden, wie viele solcher Vorfälle es im Land gibt, um besser darauf reagieren zu können.” Damit langfristig Morddrohungen gegen Behördenmitarbeiter, wie im Fall von Anja K., nicht mehr vorkommen.
Beispiele: Gewalt in Behörden im Norden
Februar 2015
Vor dem Amtsgericht Barmbek in Hamburg muss sich ein Mann verantworten, der eine Mitarbeiterin des Jobcenters in Rahlstedt bedroht haben soll. Einem Brief an die Frau hatte er einen Zeitungsartikel mit dem Titel “Tod im Jobcenter” und einen Hinweis über einen Amoklauf mit sieben Toten beigefügt. Außerdem schickte er in einem weiteren Brief ein Foto einer Waffe.
September 2014
Ein Besucher feuert während eines Gesprächs zwei Schüsse auf einen Mitarbeiter des Finanzamtes in Rendsburg ab. Der Mann verstirbt im Krankenhaus.
Januar 2014
Weil es im Kieler Jobcenter immer wieder dazu kommt, dass Besucher Türen eintreten oder Mitarbeiter anpöbeln, will das Kieler Jobcenter einen privaten Wachdienst engagieren.
April 2013
Ein 57 Jahre alter Mann ersticht eine Führerschein-Sachbearbeiterin in Lürschau (Kreis Schleswig-Flensburg) in ihrem Haus. Er gibt ihr die Schuld daran, dass ihm keine neue Fahrerlaubnis erteilt wurde, nachdem er seinen Führerschein verloren hatte.
April 2013
Ein 74 Jahre alter Rentner erschießt den Landrat des Kreises Hameln-Pyrmont (Niedersachsen). Tatort ist dessen Büro im Hamelner Kreishaus. Anschließend tötet sich der Täter selbst. Er soll jahrelang Ärger mit der Justiz gehabt haben.
März 2013
In Ratzeburg zieht ein 70-Jähriger während des Gesprächs mit dem Landrat des Kreises Herzogtum Lauenburg plötzlich eine Schusswaffe und schießt sich selbst in den Kopf. Der Mann stirbt an seinen Verletzungen. Mit dem Landrat wollte der Mann über eine strittige Betreuungsangelegenheit sprechen.
Februar 2001
Ein 46 Jahre alter Langzeitarbeitsloser tötet den Direktor des Arbeitsamtes in Verden (Niedersachsen) mit 25 Stichen in den Kopf. Die Behörde hatte ihm zuvor die Unterstützung gestrichen.
Weitere Informationen
In Lüneburg ist die Geschäftsführerin eines Jobcenters von einem 22-Jährigen geschlagen und mit dem Tod bedroht worden. Der Mann ist polizeibekannt, die Fahndung blieb ergebnislos. (30.06.2016) mehr
Hass, Rachsucht und Wut auf die Behörden: Ausraster in der Amtsstube können schlimm enden. Bei einem Deeskalationstraining in Schleswig lernen die Mitarbeiter, wie sie mit Konflikten umgehen müssen. (23.05.2016) mehr
Lebenslange Haft: So lautet das Urteil im Prozess um die tödlichen Schüsse im Rendsburger Finanzamt. Im September hatte ein Mann aus Fockbek dort einen Abteilungsleiter erschossen. (06.04.2015) mehr
Dieses Thema im Programm:
NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 17.01.2017 | 08:00 Uhr
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Der Beitrag Spucken, pöbeln, drohen – Alltag auf dem Amt erschien zuerst auf Nachrichten von Heute.
Spucken, pöbeln, drohen – Alltag auf dem Amt
Manche spucken, weil sie ein ekligen Geschmack im Mund haben. Manche spucken, um cool zu wirken. Ich spucke, wenn ich einer ekelhaften Person gegenüber steh’.