#220322ruhrgebiet
Nein, das ist nicht innovativ. Das ist unüberlegt und nicht nachhaltig. Diese Steelen dürfen nicht von externen Anbietern betrieben werden, sondern müssen Bestandteil der städtischen Digitalstrategie sein.
In einer digitalisierten Stadt müssen solche Orte keine Werbeplakate und kein Infotainment-Angebote eines Unternehmens, das mit Werbung und Daten sein Geld verdienen. Diese Angebote müssen dazu dienen, dass die Stadt eigenständig und anonymisiert an diesen Steelen Daten über Mobilität, Bewegungsmuster, Frequenzen, Klima, und viele weitere Daten permanent messen kann, um die Stadt für die Bürger*innen agil zu verbessern und besser zu verstehen. Darauf dann gegebenenfalls zur Finanzierung Werbung zu verkaufen – was allerdings aufgrund der Datenschätze, die man damit hebt, eigentlich nicht nötig ist – kann man ggf. machen. Solche Angebote dienen ebenso dazu, dass an diesem Steelen Bürger innen wichtige Informationen mit der Stadt austauschen können. So können NFC-Module oder einfache QR-Codes, die auf dem Bildschirm generiert werden, Informationen zwischen einer Steele und einem Smartphone austauschen.
Warum ist es so wichtig, dass Städte das in der Hand haben? Hierbei geht es primär um Datenschutz. Geben Städte diese Unmengen an Daten, die sicherlich nach und nach über solche Angebote gewonnen werden – denn diese Daten zu generieren, zu nutzen und zu verkaufen ist das Geschäftsmodell von diesen Unternehmen – an private Anbieter ab, können sie nicht den Datenschutz ihrer Bürger*innen gewährleisten. Und das wird in Zukunft nicht nur zu einem grundsätzlichen Angebot von Städten werden, sondern für ihr autonmes Leben als unabhängige Plattform essentiell wichtig sein. Städte sind schon heute digitale Plattformen, die in Konkurrenz zu nationalen und regionalen Unternehmen stehen. Wirtschaftlich, gesellschaftlich und auch aus lebenswichtiger Nachhaltigkeit. Sie können, wenn sie die Hoheit über Daten, Information und Kommunikation kurzsichtig verkaufen - so wie kurzsichtig auch städtische Infrastruktur wie Wohnen, Mobilität und Kanalisation verkauft wurden - nicht über diese Daten verfügen, die sie anonymisiert der Stadtentwicklung zur Verfügung stellen müssen, um die Lebensqualität einer Stadt zu steigern.
Es gibt noch viele weitere Gründe, warum es unklug ist, so eine Entscheidung zu treffen. Und sie ist garantiert nicht nachhaltig.
Städte, die solche Angebote mit langfristigen Verträgen in ihrer Stadt manifestieren, sollten sich ernsthaft fragen, ob sie erstens Digitalisierung verstanden haben und zweitens ihre Smart City Strategie nachhaltig und zukunftsfähig ist. Aber vor allem, ob sie auf die Bedürfnisse der Stadt und der Bürger*innen zukunftsfähig ausgerichtet ist. Ich weiß nicht, wie in Duisburg solche Entscheidungen getroffen werden. Aber ich habe nicht den Eindruck, dass es dafür eine grundsätzliche und kluge Strategie gibt. Sonst würde man damit nicht so Werbung für ein reines kurzfsichtiges Geschäft mit vielen nachteiligen Effekten machen, wie hier passiert. Hier wurden Schnittstellen für die Zukunft an Unternehmen verkauft, die mit dem, was die Stadt eigentlich dringend selber machen müsste, ihr Geld verdienen.
















