Interview: Edda aus Hamburg
Edda lebt mit ihrem Mann in Hamburg. Sie hat drei erwachsene Kinder, zwei Söhne und eine Tochter.
Sie arbeitet seit der Eröffnung im Maas Laden in Hamburg. Und heute hat sie mir ein paar Fragen beantwortet.
In unserem Beruf ist es so schön, dass man jeden Tag so viele verschiedene Stile anschauen darf. Und das inspiriert mich auch zu meinen Kreationen. Ich sehe dann wie andere die Klamotten kombinieren, die ich selbst auch habe und schau mir immer mal etwas ab. Unsere neue Kollegin Johanna (Interview folgt) inspiriert mich zum Beispiel ganz besonders. Sie hat diesen nordischen Stil, den ich einfach ganz besonders gern mag. Meine Wohnungseinrichtung ist sehr skandinavisch. Ich liebe es, dänische Magazine durchzublättern. Und bin schon immer ein großer Fan des Gudrun Sjöden Katalogs.
Ich trage nur Naturmaterialien. Und weiß eigentlich auch gar nicht, wer mich dazu inspiriert hat. Denn das ist schon seit Jahrzehnten so, obwohl damals eher Kunstfasern getragen wurden. Als meine Kinder dann auf die Welt kamen, habe ich noch mehr auf Naturmaterialien geachtet.
Im Nachhinein muss ich über die Zeit schmunzeln, denn damals haben alle Erziehungszeitschriften Hygiene gepredigt. Und wir hatten das Sterilium auch im Bad stehen. Es herrschte einfach eine große Angst vor Keimen und es hieß, man müsse die Kinder möglichst oft waschen und auch alle Personen, die mit den Kindern in Berührung kamen wurden zur Hygiene angehalten.
In den 80er Jahren kam dann die Vollwertbewegung auf. Und ab dem Zeitpunkt gab es bei uns jeden Morgen Frischkornbrei, den Weizen haben wir am Abend vorher selbst gemahlen und eingeweicht, mit Obst und Milch. Ich habe dann auch Kurse in der Familienbildungsstätte gemacht. Die uns erklärt haben, wie wichtig das ganze Korn für unserer Gesundheit ist. Und das wir nicht so viel Fleisch essen sollten. Das stand alles im totalen Gegensatz zu meiner Kindheit. Ich bin mit der typischen deutschen Hausmannskost aufgewachsen. Unter der Woche eher günstiges, schnelles Essen und am Wochenende Braten und Rouladen. Für mich war die Vollwertküche eine Entdeckung! Zum ersten mal in meinem Leben fing ich an, mich für Essen zu begeistern. Und heute muss ich sagen, dass ich mehr Geld für Nahrung ausgebe als für Kleidung.
Ich erinnere mich sehr gern an diese Zeiten zurück. Als meine Kinder klein waren und nur für die drei da sein durfte. Später bin ich wieder in meinen Beruf zurück gegangen. Eigentlich wollte ich immer Kindergärtnerin werden. Aber damals waren die Erzieherschulen überfüllt und meine Mutter riet mir, doch einfach eine Ausbildung zur Arzthelferin bei meinem eigenen Kinderarzt zu machen. Da hätte ich ja dann auch mit Kindern zu tun. Das war eine harte Schule. Wir hatten alle unter dem cholerischen Arzt zu leiden und ich ging oft weinend nach Hause. Als ich dann schließlich meinen Abschluss mit „sehr gut“ machte, schenkte er mir zum Examen eine Nähmaschine!
Mag ich. Auf jeden Fall, was es bei Maas im Moment so gibt. Ich mag die Walkstoffe ganz besonders. Und Tuniken. Und ich glaube jetzt traue ich mich und lege mir eine Printhose zu.
Deine liebste Jahreszeit?
Toll. Ich liebe sie über alles.
Wir waren froh, wenn wir überhaupt etwas zum Anziehen hatten. Ich bin Jahrgang 1953 und in eher ärmlichen Verhältnissen in Hamburg Uhlenhorst groß geworden. Von meinem ersten selbst verdienten Geld, ich habe Zeitungen ausgetragen, habe ich mir eine Jeansjacke gekauft. Die liebe ich heute noch. Und für den Abtanzball habe ich mir, mit der Hilfe der Mutter meiner Freundin, ein Kleid selbst genäht. Der Rock bestand aus verschiedenen Bahnen Stoff, das war alles ein bisschen komplizierter als die Mode heute.
Dinge, über die du dich im Herbst ganz besonders freust.
Die bunten Blätter. Der Wind. Das Singen in meinem Gospelchor. Meine Deko zu Hause. Meinen Garten. Ich freue mich auch schon auf die kahlen Bäume, denn die zeichne ich gerne.
Ich habe es schon manchmal versucht, mich mit Modeschmuck anzufreunden. Aber inzwischen trage ich nur ganz selten Silberschmuck. Und manchmal eine Kette aus Holz. Ich bin einfach eher der Typ für Naturfarben.
Bekomme ich immer von meinem Mann. „Das ist aber neu. Siehst du ich hab es gemerkt!“ Dann freut er sich riesig, dass es ihm aufgefallen ist und ich freue mich, dass er mich anschaut.
Fragst du in Sachen Mode manchmal auch um Rat?
Am liebsten meine Tochter.
Unterscheidet sich dein Arbeitsoutfit von deinem Hausoutfit?
Wenn ich nach Hause komme, ziehe ich mich sofort um! Am liebsten einen langen luftigen Rock. Oder eine Pumphose. Schön leicht und luftig muss es dann sein.
Drei Dinge, die du auf eine einsame Insel mitnehmen würdest.
‚Die Eismalerin’, mein Lieblingsbuch. Einen Zeichenblock. Und mein Sofa!
Ich bin Frühaufsteherin. Ich kann leider einfach nicht ausschlafen. Das Schöne daran ist aber, dass ich dann alleine frühstücken kann. Mit meinem Cappuccino und meinem Müsli. Den Sonnenaufgang anschauen. Lesen. Briefe und Gedichte schreiben. Und manchmal auch einfach nur so sitzen und das Leben auf mich wirken lassen.
In Italien. Mit meinem Mann im VW-Bus.
Wenn du in einer anderern Zeit leben könntest. Welche wäre das dann?
Ich lebe ganz gerne im Hier und Jetzt.
Vielen Dank für das Interview liebe Edda!