Gefroren im eigenen Körper: Warum Anorexie ein biologischer Schutzraum und keine reine Essstörung ist
In der klassischen Behandlung der Magersucht (Anorexia nervosa) dominiert in vielen Kliniken und Therapiekonzepten nach wie vor ein starres Dogma: Essen, Gewicht, Kalorien. Das Symptom wird ins Zentrum gerückt, kontrolliert und therapiert. Doch was, wenn wir damit am eigentlichen Kern vorbeiarbeiten? Was, wenn das Hungern kein fehlerhaftes, dysfunktionales Verhalten ist, sondern die hochfunktionale Nutzung eines biologischen Überlebensfragments?
Jedes Symptom erfüllt eine tiefere Funktion. Wenn wir aufhören, die Anorexie isoliert als eine „Essstörung“ zu betrachten, und sie stattdessen als eine traumainformierte Regulationsstörung des Nervensystems begreifen, öffnet sich eine völlig neue therapeutische Dimension. Ein Weg, der ohne Druck auskommt und genau dort ansetzt, wo der Schmerz sitzt: bei der Überwältigung der Gefühle.












