#12: Hobbinton, Rotorura, Taupo, Te Awanga
Samstag war wohl einer der geschäftigsten Tage in Neuseeland. Zumindest für mich. Früh um halb neun bin ich aufgestanden, ging duschen und hab gefrühstück, sodass ich um kurz nach neun losfahren konnte um die Führung um zehn Uhr im 36min. entfernten Hobbinton mitmachen konnte. Klingt doch eigentlich nach gutem Zeitmanagement. Dachte ich auch. War es nicht. Der Verkehr war warum auch immer ein Chaos. Schleicher und eben Berufsleute die anscheinend alle in die gleiche Richtung mussten. Eigentlich hatte ich mich für diese zehn Uhr Führung auch über Facebook mit jemandem verabredet, doch als ich zwei (!!) Minuten nach zehn ankam war der Tourbus schon weg und ich dezent verzweifelt. An und für sich war das ganze gar kein Problem, weil ich einfach die Tour um Elf bekam, trotzdem hatte ich ein ziemlich schlechtes Gewissen. Kurz bevor es dann losging hab ich noch zwei deutsche Mädels kennen gelernt und mit ihnen sozusagen die Tour gemacht. Waren echt angenehm und da Jana nach drei Wochen jetzt wieder zurückfliegt, Jolin aber bleibt kam die Idee auf, sich die Südinsel vielleicht zusammen anzusehen. Aber das steht alles noch in den Sternen. Kommen wir zum Hobbit und Herr der Ringe Filmset. Ich mein... was will ich anderes sagen als das es der Hammer war?! Ich hab so vieles wiedererkannt und es war zusätzlich wieder so wunderschönes Wetter! Der Tourguide war sehr nett und wusste viel über den Film und das Set zu erzählen und auch über die Ursprünge etc. Zum Schluss haben wir im grünen Drachen dann noch ein Ginger Beer (alkoholfrei!) bekommen und dann waren wir alle glücklich. Danach ging es relativ schnell weiter nach Rotorura und Umgebung. Dort hielt ich an den Hamurana Springs und machte einen gemütlichen Spaziergang zu der tiefsten Quelle der Nordinsel. Das Wasser des Flusses hatte eine wunderschöne teilweise hellblaue Farbe und war so klar, dass man wirklich alles sah. Der Weg führte auch durch einen kleinen Teil mit Red Forest Bäumen (Fachausdruck ala Isa). Das sind Baumriesen mit so dicken Stämmen, dass man teilweise fünf oder mehr Leute braucht um einmal drum herum fassen zu können. Beeindrucken und wiedermal: Wunderschön. Die Quelle an sich war einfach nur ein tiefes Loch im Fluss, aus dem dunkelblaues Wasser strömte. Klingt wieder nicht so beeindruckend wie es eigentlich war. Auf dem Hinweg hab ich dann noch fast ne Hochzeit gecrashed die da einfach mal mitten im Wald stattgefunden hat. Aber ich hab mich leise und so unauffällig wie möglich vorbeigeschlichen und die bösen Blicke geflissentlich ignoriert. Nach dem Spaziergang bin ich wieder 20 min gefahren und hab mir direkt in Rotorura noch einen der Thermal Parks angeschaut. Rotorura ist bekannt für seine heißen und schwefelhaltige Quellen und in diesem Park waren eben verschiedene Quellen die man mit Zäunen abgesperrt hatte und die man sich so gefahrenlos anschauen konnte. An einem Tag mit 22°C hat das Wasser immer noch gedampft. Und nein. Ich war leider nicht mutig (oder dumm genug) das Wasser anzufassen. Auch wenn ich ziemlich neugierig war. Das war aber nur eine Sache von einer halben Stunde und danach war es auch langsam wirklich spät genug um die letzte Fahrt für diesen Tag anzutreten. 3 Stunden nach Te Awanga von Rotorura aus. Auf dem Weg bin ich noch kurz wegen einem Unfall stehen geblieben(mitten in den Bergen hat es einen Motorradfahrer ziemlich hingebretzelt) weil die Polizei erst alles klären und aufräumen musste. Geplant war die Ankunft um sieben. Da war ich um acht. Aber das Ziel in Te Awanga war ein Bekannter von Vanessa. Sie kennt Ross weil sie bei ihrem damaligen Neuseeland-Aufenthalt mit ihm zusammen gearbeitet hatte. Nach meiner Jobverzweiflung in Karaka hatte ich ihn angeschrieben und gefragt ob er mir helfen könnte und sofort hat er sich bereit erklärt in seiner Gegend mal nachzufragen und hat mich eingeladen zu ihm zu kommen. Jetzt steh ich seit Samstagabend auf dem Hof der Duncans. Ich hab noch keine nettere Familie kennen gelernt.