Ich wünschte, du wärst nicht echt. Dann müsste ich dich nicht davon überzeugen, wie lächerlich das ist, dass du dich nicht so siehst, wie ich es tue. Völlig dumm und kindhaft. So sehe ich dich. Ich bin dumm, und du kindhaft. Du bist nämlich der Inbegriff von kindlicher Unschuld. Nicht, dass du mich falsch verstehst - egal was du getan hast - du bist und bleibst eben die emphatische Seele mit Hang zur Dramatik. Dramatik, die dein Herz wie einen Sturm umgibt. Deinen Antrieb und deinen Fortschritt leitet, und letztendlich jegliche Vernunft verschlingt. Ich will meine Augen herausnehmen und sie dir einsetzten, damit du verstehst, was ich meine.
Deine Gedanken sind das Gestrüpp aus Leid und Leidenschaft. Die ultimative Komposition aus den Drogen, die das Leben gibt, von denen selbst ich das Gefühl bekomme, sie irgendwie zu brauchen. Auf die ein oder andere Weise.
Sieh dich an. Wenn ich dich ansehe. Dann schwillt in mir ein Brodeln, das mir jegliche Vernunft nimmt. Ein zerbrechliches Reh, das zur Mutter heranwachsen will - ohne, dass es je gelaufen ist. Du bist gefangen in deinem Selbstbild, das dir die Gesellschaft vermitteln wollte. Doch du bist älter. Die Geschichten sind alt. Und nur noch Märchen. Reste, dummes Geschwätz unter Trinkern und Missgönnern. Doch sieh dich an. Sieh hin, verdammt.
Schönheit ist nicht alles. Aber wenn Schönheit eine Seele hätte, würdest du sie beinhalten. Du machst es einem schwer, sich zu konzentrieren. Und doch liegt der Fokus auf dir. Dein Kleid aus Trauer und Zweifeln ist keine Heirat wert. Die Freiheit ruft nach dir und will neu bekleidet werden. Zieh dich aus. Zieh dich an. Sieh dich an.
Ich wünschte, du wärst nicht echt. Dann müsste ich dich nicht davon überzeugen, wie lächerlich das hier ist. Dann würdest du es sehen. Sehen wie ich. Und du würdest einfach sein.
Dann wünschte ich, du wärst echt."
- „Das hier gehört dir.“ // manche worte vergisst man nie












