Grosse Aufgaben harren meiner
Eigentlich sollte ich gerade einer Versicherungsgesellschaft Paulas Missfallen über ihre dubiosen Geschäftspraktiken mitteilen. Dubios sind sie allerdings nur in Paulas Augen, und so empfinde ich eher ein gewisses Mass an Verbundenheit mit den Mitarbeitern dort. Schliesslich sind für sie ja auch meine Praktiken dubios... mindestens. Am Ende werde ich der Versicherung natürlich eine e-mail schreiben, die ihrem Bedürfnis nachkommt und den Mitarbeitern dort das sichere Gefühl vermitteln wird, dass ich ein Idiot bin. Das ist dann das genaue Gegenteil von der Anerkennung und dem Respekt, den ich mir von den Menschen erhoffe. Die Anerkennung, die Paula mir zuteil werden lassen wird, ist die, die jeder nützliche Idiot bekommt, eine neue, ähnlich herabwürdigende Aufgabe. In diesem Fall könnte es sich darum handeln, den Mobilfunkvertrag der Pyramidenarbeiterköchin zu bearbeiten. Statt ihre Klingelton-Abos zu kündigen, hat die nämlich die Sim-Karte zerschnitten und beschlossen, das Handy zurück zu schicken. In keinem der Parallel-Universen, die The Karada in ihrem Roman "All your Fates" beschreiben, endet das anders als als Anekdote am Resopaltisch, an dem jene Verzweifelten ihr Brot unter Tränen essen, die ihre Seelen an Mobilcom-Debitel verkauft haben.
Im Ernstfall kündige ich diese Klingelton-Abos, setze das Telefon auf Werkseinstellungen zurück, wirke damit einen virtuellen Schutzzauber, der der Pyramidenarbeiterköchin ein sicheres Gefühl gibt, und bestelle eine neue Sim-Karte. Dummheit hat damit dann einen Preis, und der beträgt 25,95 Ecu.


















