Don Ferro starrte aus dem Fenster auf die vom Regen überspülte Straße, auf der kleine Ölspuren wie bunte Fettaugen schwammen. Seit einigen Tagen lief sein Laden nicht mehr. “Mr. Midas Pizza - reden ist Silber, kauen ist Gold”, letztes Jahr noch zum Ruhrgebietknuspertipp gewählt und jetzt das... Sein Blick wanderte von der Straße auf den Gehsteig und hinüber zum Laden, der auf der anderen Straßenseite hockte, “wie Mayo auf Pizza”, nuschelte der Don in seine Schürze. In Bratwurstbraun blinkten die Lettern “Wer Bratwurst hier in Bottrop brät, hat ein Bottropbratwurstbratgerät.” Was war das überhaupt für ein Spruch? Viel zu lang, viel zu kompliziert. Und doch rannten alle Kunden dort hin. Das würde sich bald ändern. Er hatte dem Betreiber Leo ein Angebot gemacht, dass er nicht abschlagen konnte. Raus aus der Stadt, oder der Brötchenlieferant würde dicht machen. Da stürmte Leo mit einer Currywurst in seiner Fleischerhand durch die Eingangstür, Wutschweiß troff von seinem gesunden Wurstessergesicht. “Was fällt dir -”, doch der Don unterbrach ihn. “Was hab ich dir getan, dass du mich so respektlos behandelst. Du kommst hier rein, nach Feierabend und schwitzt alles voll.” Das war zu viel! Leo schrie auf, riss sein Bein hoch und trat den Don mit einem Schrei “Das! Ist! Bottrop!” mitten in die Brust. Ferro stürzte, lag in einem Haufen Dosen. Erstaunt sah er an sich herab. Ein Schmerz in der Seite, seine Schürze rot gefärbt. Er steckte den Finger hinein, leckte daran. Tomatensoße. Sein Vorrat! Was dann folgte, war ein Handgemenge, dass noch heute als die Bottroper Schlacht bezeichnet wird. Die, welche das Massaker überlebten (also alle, es waren ja auch nur zwei beteiligt und auch die waren, aufgrund ihres exzessiven Fettkonsums, schnell aus der Puste), backen noch heute als essbares Mahnmal die Bottroper Schlacht-Pizza und verbrennen Sie direkt im Anschluss. Auf dass nie wieder so viel Tomatensoße vergeudet werden soll. Guten Hunger! (Sascha, warum sagst du nicht einmal Pate zu uns?)











