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Fassaden
Daniel Damler hat sein Buch über den Staat der Moderne mit Ausführungen zu Fassaden begonnen. Für seine Forschung interessiere ich mich deswegen so, weil er selbstverständlich davon ausgeht, dass die Unterscheidungen, die das Recht macht, die 'im' Recht gemacht werden, nur dann effektiv sind, wenn sie ersten etwas wiederholen und zweitens wiederholt werden, zum Beispiel 'außerhalb' des Rechts.
Normativität ist effektiv, wenn sie sekundär ist. Recht ist Recht, wenn es (sich) folgen lässt. Streng genommen ist das eine tautologische Feststellung, nur führt sie gerade nicht in die Halbseite Selbstreferenz, sondern in Mimesis, Verstellung, Simulationen und Dissimulationen, in Kontrafakturen und Fiktionen, in Übersetzungen und in "Kunst als Verfahren" (Victor Shklovsky). Jeder Referenz ist abgeschnitten, darum ist es ein Bluff, von Trennungen auf Selbstreferenz zu schließen. Es ist kein Bluff, wenn man zur Selbstreferenz die Fremdreferenz nicht kaschiert.
Wie das pomerium so ist auch eine Fassade ein Beispiel operationalisierter Differenz, ein Beispiel artifizieller Einrichtung. Durch Fassaden lässt sich so unterscheiden, dass die Leute den Eindruck haben, es sei fundamental oder elementar. Kants Vorstellung von Raum und Zeit ist eine ästhetische Vorstellung, von der man glaubt, sie sei nicht weiter abziehbar, irgendwann und irgendwo blieben der Sinn und die Sinne immer in Raum und Zeit hängen. Ist man in Kategorien des Raums und der Zeit bei Unterscheidungen zwischen innen/ außen, zwischen vorher/nachher, präsent/ entfernt angelangt, festigt sich der Eindruck des Fundamentalen und Elementaren.
Und sie schieben sich doch vor, und sie bewegen sich doch, und die falten sich doch: Gründliche Linien, Gründliche Unterscheidungen, Gründlich gebaute Fassaden sind und bleiben artifiziell, künstlich und fingiert. Sie sitzen auch in grundlichsten Versionen, gerade dann und dort, etwas auf und sind darum immer relativ gründlich, ihre Differenzierung geht nie aus, sie ist nie aus, sie versiegt nie und erfüllt nichts. Juridisch Verfahren operationalisieren Differenz, lassen sie nicht verschwinden. Sie lassen sie bestreiten, händeln, umgehen, sie lassen Umgang damit zu. Wenn sie helfen, sind sie hilfreich, sonst nicht.
2.
Der Begriff der Ausdifferenzierung gehört neben dem Begriff der Anschlussfähigkeit zu den Luhmannschen Begriffen, die sich in der Rechtswissenschaft mies entwickelt haben. Letzte Woche gab es eine Tagung im MPI über Eugen Ehrlich und es wurde auch diskutiert, ob Eugen Ehrlich anschlussfähig war oder ob er es heute sei. Ehrlich? Ist das die Frage?
Das kann die Antwort doch nur lauten, im Gegensatz zu Österreich sei Ehrlich nicht anschlussfähig gewesen. Für den Begriff der Ausdifferenzierung habe ich auch gerne Spott übrig, seitdem sich das zu einem Watschenbegriff entwickelt hat. Aus, aus, aus, die Differenzierung ist aus, Deutschland ist Weltmeister: So einen triumphalen Klang hat das Wort angenommen, vor allem im Kontext des Dogmas großer Trennung.
Wenn überhaupt triumphale Differenzierung, dann bitte schön wie im Teatro Olimpico, dann bitte mit der Mühe und Sorgfalt, die Palladio und die Leute von Vicenza aufgewendet haben, aber nur, um Theater einzurichten und Theater zu spielen, also auf reversible Weise Welt zu testen.
Athen, Tor, Hadriansbogen (das Hadrianstor), ein römischer Triumphbogen in Athen, Griechenland
Paris ist immer eine Reise wert. Mit dem von Christo verhüllten Triumphbogen ganz besonders. #christo #paris #triumphbogen #shoppeninbruchsal #bleibtgesund https://www.instagram.com/p/CUFQcqPDRuI/?utm_medium=tumblr
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Wie von Christo und Jeanne-Claude geplant: Pariser Triumphbogen glänzt was originally published on
Der Triumphbogen von Konstanz
Phantasiegebilde des Künstlers Peter Lenk
Hingepflanzt in eine vielbefahrene Strasse: der Konstanzer Triumphbogen mit Brunnen (more…)
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