Karin Larsen geht – Jörg Wiedemann kommt. Zumindest für ein Jahr, bis zur nächsten Wahl, rückt er für die SPD-Frau in den Gomaringer Gemeinderat nach. Für Larsen gingen Gemeinderatstätigkeit und die Vorstandsarbeit für den TSV – also zwei Ehrenämter – und ihre Arbeit nicht mehr zusammen. Am Dienstag, 30. Januar wird Larsen in der öffentlichen Gemeinderatssitzung verabschiedet.
Hoher Anspruch an die Arbeit im Gemeinderat
“Was ich anfange, mache ich konsequent”. Die knapp 62-Jährige hat einen hohen Anspruch an sich selbst: “Wenn das nicht mehr geht, höre ich auf”. So geschehen nun mit ihrer Gemeinderatsarbeit, wie sie ihrer Fraktion im Dezember bereits mitteilte. Leicht habe sie es sich nicht gemacht. Aber schon letztes Jahr geriet sie mit der kommunalpolitischen Arbeit und dem Vereinsvorstand ans Limit. Das Ehrenamt in der Gemeinde sei so wichtig, aber man bekäme immer mehr Steine in den Weg gelegt. Nun kollidieren auch noch ihre geänderten Arbeitszeiten mit den Ausschuss- und Gemeinderatssitzungen.
Dabei hat Larsen die Gemeinderatsarbeit Freude gemacht: “Man lernt so viel!”. Über die Gemeinde, über die Sichtweise anderer zu Problemen und Lösungen. Ihr Augenmerk galt “eigentlich nichts Spezifischem.” Aber Jugend und Vereine lagen – und liegen ihr sehr am Herzen. Für Spielplätze, wie den Sandkasten im Sägeweg setzte sie sich ein, für Erleichterungen im Alltag setzte sie sich ein, wie abgesenkte Bordsteine bei Kindergärten oder für ältere Menschen. Wichtig war ihr stets: sich wirklich einzuarbeiten in das, was da für die Gemeinde entschieden wird. Die ersten Jahre waren recht anstrengend: “Ich musste mich erst mal in die Struktur reinfinden”.
Aktive Vereinsfrau für den Gemeinderat
Zum ersten Mal gefragt wurde Karin Larsen bereits 1994 von Geo Pflumm (FWV). Da war sie 2. Vorstand beim TSV und konnte sich den Gemeinderat noch nicht vorstellen. Aber dann, fünf Jahre später, überredete sie Willi Kemmler. Es sei immer gut, wenn jemand von den Vereinen im Gemeinderat sei. Und da wollte sie es probieren – und wurde in den Gemeinderat gewählt.
Insgesamt findet Larsen im Rückblick: “Es war eine schöne Zeit”. Sehr zeitaufwändig, aber eine persönliche Bereicherung. Und eigentlich müsste man noch viel mehr recherchieren und nachfragen, sowohl bei den Bürgern als auch bei den Mitarbeitern, findet die scheidende Gemeinderätin. Da wäre sie gern ihrem Anspruch gerechter geworden. Aber ehrenamtlich sei das nicht zu leisten. “Außerdem muss man auch der Verwaltung und den Fachleuten vertrauen”.
Zukunft für den Sportverein
Sie entschied sich für die Weiterarbeit als 1. Vorstand des TSV Gomaringen und gedenkt, dies auf absehbare Zeit auch weiterzuführen. Nächstes Jahr wird Karin Larsen 63 und mit der Arbeit bei der Outdoor-Firma Bergfreunde aufhören. 30 Jahre – von 1982 bis 2015 – arbeitete die Gomaringerin übrigens bei CocaCola gegenüber – eine tolle Firma, wie sie heute noch findet. “Als ‘Putze’ hab ich angefangen”, lacht Larsen, “und die Arbeitszeiten waren wegen der noch kleinen Kinder sehr praktisch”. Gemeint ist früh um Fünf! Weiter ging es mit der Telefonzentrale und dem Vertriebs-Innendienst, wo sie immer mehr zeitlich aufstocken konnte – bis sie sogar die Schlüssel für die ganze Firma erhielt. “Ich wohnte ja gegenüber und konnte schnell da sein, wenn etwas war.”
1300 Mitglieder zählt der TSV aktuell, einer der ganz großen Vereine in Gomaringen. “Das ist meine Familie” – und der wird sie sich verstärkt widmen, auch selbst sportlich wieder aktiv werden.
Karin Larsen auf der TSV-Bühne
Karin Larsen bei der Ehrung der Sportler des Jahres 2017: Michel Schwab und Peter Stier
Auch mit Karin Larsen Nachfolger, Jörg Wiedemann, werden wir uns unterhalten und in ein paar Tagen berichten.
Karin Larsen: Stabwechsel im Gemeinderat Karin Larsen geht - Jörg Wiedemann kommt. Zumindest für ein Jahr, bis zur nächsten Wahl, rückt er für die SPD-Frau in den Gomaringer Gemeinderat nach.














