Der Tanz zu den Köcherlarven
Künstlergespräch mit Anka Landtau
Sonntag, 9. Oktober, 12 Uhr
Anschließend Exkursion
ANKAundANDERS, Bellig 4, 24891 Struxdorf
Das Gespräch moderiert Verena Voigt M.A., Gesellschaft für zeitgenössische Konzepte e.V.
Um Anmeldung wird gebeten
[email protected]
Der Tanz zu den Köcherlarven
Die Frage, worin der schöpferische Ursprung des komplexen künstlerischen Werks von Anka Landtau liegt, führt direkt zu ihren Material-Experimenten, die sie mit Wasser, Eis, Landschaft, Ton, aber auch auf der Leinwand und als Fotografin vollzieht. Die Skulpturen, die sie in die Belliger Au „ausbringt“ tragen ihre Handschrift, aber auch die Spuren der Natur. Das Material, das der Bachlauf nahe des Rabenholzer Waldes anschwemmt, betrachtet sie als Antwort der Natur. Anka Landtau (* 1952, Ulsnis) hat in Kiel, Karlsruhe, Jerusalem und Sri Lanka Kunst, Architektur, Malerei, Keramik, Germanistik, Ethnologie und Orientalistik studiert. Seit 1985 lebt und arbeitet sie im schleswig-holsteinischen Böklund. Seither geht sie historischen Kulturtechniken, ebenso wie den identitätsstiftenden Kräften der Kunst im Dialog mit der Natur nach. Mit ihrer Galerie in Struxdorf, die unmittelbar mit dem Atelier verbunden ist, – wenige Kilometer von Schloss Gottorf entfernt – entstand in den vergangenen Jahren einer der bemerkenswertesten Ausstellungs- und Produktionsorte im Nord-Osten Schleswig-Holsteins.
Informationen und Anfahrt nach Struxdorf: http://anka-landtau.de
Die Ausstellung „ … im auenlauf …“ in Bellig (Struxdorf), die am 20. August eröffnet wurde, hat sich in den vergangenen Wochen verändert: Fundstücke sind hinzugekommen und wurden in die Installation einbezogen. Zierliche Keramik-Skulpturen, die an weibliche Cranach-Figuren erinnern, mit Schmuckstücken verziert, tanzen zu Köcherlarven, die eine einzigartige Form des Verpuppens erkennen lassen. Ästhetische Verbindungen zu den enigmatischen Zeichnungen des Voynich-Manuskripts öffnen das Tor zu archaischen Riten und zur künstlerischen Mythenforschung, die stets auch Bestandteil der künstlerischen Arbeit von Anka Landtau sind.
Das Eis als künstlerisches Material
Anka Landtau beschäftigt sich seit 2000 mit dem Material „Eis“ als künstlerisch-prozessualem Werkstoff. Ihre Eisforschungen gehen sowohl geo-historischen Implikationen und symbolischen wie soziologischen Bedeutungsfeldern nach. Ihre erste Eisarbeit war die „Brennende Eispyramide“. In der Werkreihe „Social Freezing“, in der sie gefrorene Selbstporträts zeigt, verbinden sich die künstlerischen Experimente mit der individuellen Lebenszeit. Das Performative und Prozessuale, ebenso wie Erotische und Skulpturale finden in ihren Arbeiten einen Einklang, der jenseits von Pose und Fetischisierung liegt. Stream Walking
Mit dem Projekt „Stream Walking“ in der eiszeitlich geprägten Landschaft hat Anka Landtau die Grundlage für eine ästhetische Wahrnehmung von Kunst geschaffen, die weit über das visuell Sichtbare hinausgeht. Auch weil sie für den Besucher die Kraft des Auenlaufs, dem sie auch ihre Skulpturen oft über Monate hinweg aussetzt, sinnlich nachvollziehbar macht.
Die Süddeutsche-Zeitung berichtete über das Projekt im Frühjahr 2016:
http://www.sueddeutsche.de/reise/deutschland-kunst-im-kuehlen-1.2945124
Die Künstlerin selbst über ihre Ausstellung: „Das Auenatelier ist ohne die Eiszeitlandschaft und ihre Kulturfolger nicht denkbar. Möglicherweise ist der Flussabschnitt "Belliger Au" die kleinste ursprünglich erhaltene Eiswasserrinne der Welt. Für mich ist sie gerade dadurch die Größte. Als kulturprägendes Naturerbe gehört sie mit vielen anderen Auen in die Landschaft Angeln. Als Kunstbiotop ist sie einmalig.“, beschreibt die Künstlerin selbst ihre Verbundenheit mit der Landschaft Schleswig-Holsteins. „Da meine Arbeit nicht mehr von der Landschaft zu trennen ist, wird die Atelierbesichtigung erst vollständig durch einen Spaziergang an der Belliger Au.“
Künstlergespräch + Anmeldung
An das Künstlergespräch am Sonntag, den 9. Oktober, ab 12 uhr im Auenatelier (Struxdorf, Bellig 4) schließt sich eine Exkursion u.a. zur Belliger Au, in den Rabenholzer Wald, zur Kirche in Ulsnis Kirche an. Voraussichtliches Ende: 18 Uhr. Gummistiefel und wetterfeste Kleidung sind Voraussetzung.
Da die Exkursion eine besondere Vorbereitung erfordert, möchten wir mit den Teilnehmern gerne vorher insbesondere bezüglich des Auengangs Kontakt aufnehmen. Wir bitten daher dringend um Anmeldung – bei Verena Voigt [email protected].
Eine Teilnahme ohne Anmeldung ist leider nicht möglich.
Wir bitten auch um Rückmeldung, wenn Sie nur am Künstlergespräch teilnehmen möchten. Für das Künstlergespräch und die Exkursion wird ein Beitrag von 35.- Euro erhoben.
Künstlergespräch ohne Exkursion: 15.- Euro.
Die Teilnehmerbeiträge refinanzieren die Ausstellung.
Künstlergespräch findet in Kooperation mit der Gesellschaft für zeitgenössische Konzepte e.V., Kiel (Mitglied im ADKV e.V.) statt.
Weitere Informationen: eiskellerforschungen.tumblr.com + Facebook Eiskellerforschungen.Individuelle Besichtigungen sind danach jederzeit nach Absprache mit der Künstlerin möglich.
T 04623- 7503 | M 0151 23 2929 67 | [email protected]
Presse: Verena Voigt PR | www.verena-voigt-pr.de | M 163 191 1669 | [email protected]