Da geht die Tür auf und herein kommt ein Junge. Er ist noch nicht alt, denn es fehlt ihm der Bart. Man nennt ihn hier leise den Schreiber. Wie er wirklich heißt weiß niemand und will auch niemand wissen. Er hängt seinen dunklen Mantel an den Haken, vorher hat er jedem, den er kannte zu höflich zu genickt. Nicken tut er immer, aber seinen Mantel behält er meist an. Doch heute ist er etwas nass vom Schnee. Ohne seinen weiten Mantel wirkt er nicht so sonderbar wie sonst, wie er da sitzt und auf sein Getränk und den Abend wartet. Die interessierten Augen derer, die trotz Alkohol und Zigarettenrauch noch glauben klar zu sehen, werden dieses Mal erst geweckt als der Schreiber mit einem Griff Stift und Büchlein aus der Tasche holt. Und sie sehen ihm beim Schreiben zu, warten auf das stolze Grinsen, das auf vollbrachte Sätze folgt und spekulieren - manche zu zweit, der Rest für sich allein - was er wohl schreibt, Manchmal, wenn nicht allzu viele Menschen da sind und sich der alte Pianist überreden lässt, sein Spiel früher zu beenden, liest der Schreiber vor. Meist liest er dann von Feinden, die siegen und von Vätern, die nie wissen werden wie ihre Söhne aussehen. Wenn man ihn oft bittet, dann liest er auch von schönen Frauen, die sich in arme Männer verlieben. Seine Stimme wird dann immer ganz leise, so dass man denkt, jede der Geschichten sei wahr. Die Schrift in seinem Büchlein ist schwarz auf weiß, doch der Stift in seiner Hand schreibt grün. Keine der Geschichten hat er selbst geschrieben. Das weiß niemand und will auch niemand wissen.