Vor einiger Zeit bin ich mit meinem Freund Wolfgang auf einer längeren Fahrt durch die Voreifel durch Ginnick gefahren. Bei der Anfahrt auf den Ort hatte ich einen Wasserturm gesehen, wir hatten damals allerdings keine Gelegenheit, zu dem Turm hinzufahren.
Dabei sammele ich doch Wassertürme.
Also bin ich gestern noch mal mit meinem Skorpion hingefahren.
Allerdings, wie Ihr seht, sieht man ihn…
Mit dem äußeren Charme einer 60er Jahre Turnhalle, ist der positivste erste Eindruck von der Zülpicher Pfarrkirche St. Peter, dass sie das Ensemble um die historische Landesburg nicht stört. Betritt man jedoch die Kirche eröffnet sich dem Neugierigen ein interessanter, wenn auch zunächst irritierender, Innenraum.
So überrascht St. Peter zunächst mit einem kubusförmigen, fast quadratischen Hauptschiff, an dessen Längsseite zwei Antwerpener Schnitzaltäre aus dem 16. Jahrhundert die schlichte helle Architektur kontrastieren und den ansonsten puristisch gehaltenen Altarraum einen feierlichen Rahmen geben. Auch das romanische Taufbecken aus Naumer Blaustein dient als Blickfang.
Am auffälligsten ist jedoch eine raumhohe Betongitterwand, die das Hauptschiff von der höher gelegenen Anno Kapelle trennt und mehreren antiken Reliefs umrahmt.
Die außergewöhnliche Mischung aus Alt und Neu entstand in den 50er Jahren. Nach der Zerstörung von Alt St. Peter, deren Wurzeln bis in das 11. Jahrhundert reichten, bei einem Bombenangriff 1944, beauftragte man den Architekten Karl Brand mit einem Neubau.
Brand, der durch Sanierungsarbeiten in den 30er Jahren mit Alt St. Peter vertraut war, entschied sich gerettete Stücke aus der zerstörten Pfarrkirche zu integrieren und schuf so eine Symbiose aus Kontinuität und Aufbruch, die seit den Restaurierungsarbeiten 2012/13 in neuem Glanz erstrahlt.
Weitere Informationen über die Gemeinde St. Peter in Zülpich