#mooreichenholzbrettlopferlammmove
Eichen sind Bäume. Oder ein Prozess dem früher oder später jedes kulturelle Publikum gegenüber steht. Irgendwie geht es ja immer nur um das Gleiche, in einer Gemeinschaft Eindrücke zu erleben, in einer nicht dem Alltag entsprechenden Form etwas zu zelebrieren. Jedoch, jede Subkultur stimmt, oder eben eicht, sich anders auf ein bevorstehendes Event ein. Metal-Heads zum Beispiel eichen sich mit Bier, ihrem Nackenmuskulaturtraining gemeinhin bekannt als Headbangen, sowie ziemlich interessanten Ritualen in freier Natur, Hallen oder Bars und meistens noch mehr Bier. Clubgänger wiederum mit ihrem kollektivem Schaulaufen, sich selbst feiernd, sowie Wodkaflaschen kaufend und saufend. Oder eben Poetryslammer mit ihrem Wortewichsen, oh Pardon, lyrischer Masturbation sowie der Schlachtbank, wo sich einer opfert um mal eben zu testen wie geil das Publikum denn heute auf die lyrischen Ergüsse ist.
Aber zurück zu den Eichen (lat. Quercus), die sind mir ziemlich sympathisch. Die monözisch oder einhäusigen Eichen welche getrenntgeschlechtig existieren, sind für Nussbäume ziemlich nice. Vermehrung erfolgt über Windbestäubung, no stress if there are no Bees. Darüberhinaus umfasst die Gattung knapp 400-600 Arten, wir wissen ja nicht was wir nicht wissen, erdgeschichtlich ist diese Gattung auch schon länger als der Mensch am Platz. Neben der hervorragenden Haltbarkeit des Holzes sind darüberhinaus sogenannte Moorreichen hervorzuheben welche entstehen, indem sich die Gerbsäure der Baumstämme mit den Eisensalzen des Wassers eines Moors, Sumpfes oder Flussufers in einem über Jahrhunderte andauernden Prozess verbinden. Das eh schon harte Holz wird hierdurch noch härter und verfärbt sich in Richtung Blaugrau bis hin ins Schwarz. Resultate können variieren durch entsprechende Variablen wie Baum, Wasser, Dreck und Zeit. Anzumerken ist vielleicht noch, das unsere heidnischen Vorfahren die Eiche als heiligen Baum des Lebens verehrt haben. Meist assoziiert mit Götterfürsten oder blitztragenden Göttern wie Taranis, Thor, Zeus und Jupiter. Diese Verbindung spiegelt sich vielleicht in der bekannten deutschsprachigen Gewitter-Volksweisheit wieder:
„Den Eichen sollst du weichen, Und die Weiden sollst du meiden. Zu den Fichten flieh mitnichten Doch die Buchen musst du suchen!“ - Was als Tipp wissenschaftlich gesehen absoluter Quatsch ist, aber als mystische Verbindung zwischen Himmel und Erde dann doch noch herhalten kann.
Im Christentum wird besagter Baum mit der ewig glaubensstarken Heiligen Maria verknüpft. Generell wird der Symbolik der Eiche die Ewigkeit zugesprochen denn ein Eichenleben überdauert angeblich 30 Menschenleben. Und wenn wir grad dabei sind, Baum des Jahres 2016 in Österreich eben, was für ein Zufall.
Falls sie sich nun Fragen was das soll und was der Grund ist warum das Opferlamm nun einen Exkurs über simples Holz gemacht hat. Es ist ein einfacher. Durch gegebene Umstände bin ich heute in der Früh von einer Modenschau vor meiner Haustür auf dem Boden der Tatsachen geweckt worden. Besagter Boden in meiner Bude besteht aus Parkett welcher eben aus Eichenholz ist. Den mag ich ziemlich gerne, weil er einfach einen gewissen Charme versprüht. Und als ich dann nach dem verkaterten Aufstehen meine Mails so check hatte ich eine von Steffen in meiner Inbox in welcher es als Antwort auf meine Anmeldung hieß:
-"Leider Line-Up komplett, darfst aber gerne das Opferlamm machen."
Ein bisschen überlegt, ein bisschen getippt. Und nun ja, nun stehe ich vor Ihnen und teile Ihnen mit vollstem Vergnügen mit, sie wurden für dieses Event auf die unkonventionellste Art und Weise, die mir auf die schnelle einfiel, geeicht.
Hoffentlich haben Sie nun kein Mooreichenholz-Brett mehr vor dem Kopf und können sich mit einem offenen Verstand auf die lyrischen Ergüsse der anderen Slammer freuen.










