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Ein Strohner Märchen
Einst lebten in einem kleinen Eifeldorf der Bürgermeister Alois, der böse Yvelle und viele nicht dumme Bürgerinnen und Bürger. Letztere waren plötzlich aufmüpfig geworden und hatten eine Bürgerinitiative gegründet, so dass Alois sie als Querulanten u.ä.m. beschimpfte. Als dann Gemeinderatswahlen anstanden, schickten diese aufsässigen und widerspenstigen Dorfbewohner/innen den Gemeinderat, der dem Alois ergeben diente, sozusagen in die Wüste. Am Wahlabend, nachdem die Wählerstimmen ausgezählt waren, konnte man in ihren Gesichtern nur noch Fassungslosigkeit sehen.
Was war geschehen? Warum war eine erdrückende Mehrheit der Bewohner des kleinen Eifeldorfes von Alois und seinen Ja-Sagern abgerückt? Wer war dafür verantwortlich? - Um Antworten auf diese Fragen zu bekommen, muss man etwas in’s Detail gehen.
Das kleine Eifeldorf lag in der Vulkaneifel. Es besaß einen bewaldeten Berg, in dem ein begehrter Schatz lag: Vulkangestein, Lava. Dieses Gestein gebrauchte man vor allem für den Straßenbau. Also gestattete die Gemeinde Jahrzehnte vor den hier erzählten Geschehnissen einem Unternehmer, das Lavagestein gegen einen Bruchzins abzubauen. Löcher, die dadurch entstanden, würden teilweise mit Müll aufgefüllt. Um welche Abfallstoffe es sich dabei handelte, wusste man nicht so genau oder auch nicht mehr. Fotos, die davon existierten, ließen Schlimmes ahnen. Und dann wurde vom Staat ein Gesetz erlassen, welches regelte, welche Abfallstoffe wie und wo entsorgt werden durften. Jörg, ein Erbe des Unternehmers, musste sich dieser Sache annehmen. Er wandte sich an den Alois und dessen Abstimmapparat, um einen neuen Pachtvertrag auszuhandeln. Es gelang ihm Bürgermeister Alois davon zu überzeugen, dass eine Mülldeponie DK1 das Richtige sei. Und dann träumte Letzterer davon, dass auf diese Weise der alte Berg neu erstehen könne. Also wurde ein entsprechender Vertrag geschlossen, und der Gemeinderat stimmte zu. Danach wurde der Vertrag einer zuständigen Genehmigungsbehörde vorgelegt. Das alles wurde auch in den vorgeschriebenen Amtsblättern veröffentlicht. - Und dann trat der böse Yvelle auf den Plan.
Yvelle war kein Eingeborener, sondern ein Zugezogener. Diese Leute waren dem Alois, dem „Das Dorf bin ich“, manchmal ein Dorn im Auge; jedenfalls konnte man diesen Eindruck bekommen, wenn man seine diesbezüglichen Worte im „Strohner Blättchen“ nachliest. Sie waren ihm etwas zu widerspenstig, jedenfalls nicht so folgsam wie seine eingeborenen Untertanen. Der böse Yvelle war auch nicht wirklich böse. Irgendwann hatte er sich lediglich den neuen Vertrag genauer angeschaut und erkannt, was dadurch auf das Dorf zukam. Und dann wurde aus dem bis dahin guten Yvelle der böse: Er schrieb seine Erkenntnisse auf und veröffentlichte sie im Internet. Manches konnte Alois ertragen. Doch wenn ihm solches widerfuhr, ging’s ihm gegen die Natur. Die Reaktionen im Internet und die Gründung einer Bürgerintiative gegen seine Pläne im Dorf missfielen ihm sehr. Dann tat er das, was er wohl gut konnte. Er mobbte und beschimpfte seine Widersacher. Dass er damit gegen eine deutliche Mehrheit im Dorf re-agierte, begriff er selbst nach dem für ihn und seinen Gefolgsleuten katastrophalen Wahlergebnis nicht (siehe diesen Link).
Die Moral von der Geschicht? Alter schützt vor Torheit nicht!
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Das Stohner Märchen, ein Trockenmaar, findest du hier.
Brauchen wir die Abfalldeponie in Strohn?
"Nach deinem Auftritt am Mittwoch werden wir vorläufig auf Grubenbesuchen von dir verzichten. Nach Rücksprache mit Herrn Scherer werden wir auch Professor Büchel, Grubenverbot in allen Betrieben der Scherer Baustoffe und der Eifellava Hohenfels schriftlich erteilen. " (Bernard Douw, Betriebsleiter der Fa. Scherer GmbH & Co KG)
Kurzinfo: Irene Sartoris stand auf dem Podium auf und sprach Herrn Scherer und dem Bürgermeister in einer langen Rede tiefsten Dank aus, appellierte sodann in einer ergreifenden Fürbitte an beide, den weltweit einzigartigen geologischen Schatz der Lavagrube BITTE nicht zu verfüllen, sondern in einer Renaturierung alles der Region und dem Tourismus, der ganzen Welt zu öffnen und zu erhalten. Ebenso reiste Professor Büchel extra von Jena an, um ein leidenschaftliches Plädoyer für die weltweit einzigartige Lavagrube zu halten und Herrn Scherer an seine damalige Versprechen (!!!!) aus 2006 zu ermahnen.
UPDATE 11.11.2013 Die Buschtrommel des Dorfes verbreitet: Herr Douw war heute bei Irene und hat sich für die Mail entschuldigt. Das "Betretungsverbot" ist demnach aufgehoben. Ich finde das gut. Vielleicht findet die Fa. Scherer jetzt den richtigen Umgang mit den Bürgern; auf den Bürgermeister kann sie nicht bauen, weil der ... na ja ... er ist nicht besonders kommunikativ, wenn jemand gegen seine Meinung ist.