Herr Joskowitz bekommt einen Brief. Die Anrede suggeriert, dass er ein Tisch wäre. Beziehungsweise, um es noch genauer zu sagen: Er wird angesprochen, als wäre er ein Tisch, der gerne über das Leben nachdenkt.
Das könnte eine Geschichte aus der Welt von Charms oder Gogol sein, aber in der Welt des Gastlands Flandern & die Niederlande gibt es den Mann wirklich. Er heißt Leon.
Es ist nicht weiter erstaunlich – bei seinem Hintergrund als Philosoph und seiner Vorliebe fürs Kochen –, dass er „Philosophischer Tisch“ genannt wird. Ich selbst verbinde Leon immer mit Nachdenken und Essen, und in seinem Fall ist das ein Kompliment.
Er sorgt dafür, dass der flämischen und niederländischen Küche in Frankfurt einige Ehre zuteil werden wird. Er hat einen Plan ausgetüftelt, und jetzt kann der Messebesucher im Oktober an ein paar Stellen auf der Messe Gerichte aus Flandern und den Niederlanden bestellen.
Vor einem Jahr tauchte Leon mit dem Angebot auf, im Gastlandcafé im Mousonturm einige Male für eine kleine Gesellschaft zu kochen. Ob es nicht auch eine gute Idee sei, einen Philosophen mit an die Tafel zu laden?
Auf diese Weise sind die vier „Philosophischen Tische“ entstanden, die Teil unseres Ehrengastprogramms ausmachen. Die Gäste sind Coen Simon, Paul Verhaeghen, Marli Huijer und Chris de Stoop. Bei den vier philosophischen Dinners wird jeweils zwölf Personen ein einzigartiges Menü serviert. Und damit meine ich nicht nur das, was auf den Teller kommt.
Es geht um Speise für Leib und Seele, Körper und Geist. Zu gerne wäre ich dabei, wenn im September und Oktober über Themen wie „Sehnsucht“ oder „Autorität“ gesprochen wird.
Vielleicht gehören Sie ja zu den Glücklichen.
Dann richten Sie bitte Grüße aus an den einzigen Mann, den ich kenne, der schon mal versehentlich „Philosophischer Tisch“ genannt wird.
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