Für Berliner und Brandenburger Unternehmen ist die Kriminalität das wichtigste gesellschaftliche Problem – noch vor dem Fachkräftemangel. Laut dem aktuellen Kriminalitätsbarometer hat sich die Zahl der von Hackerangriffen betroffenen Unternehmen von 2010 mit 11,9 Prozent bis 2016 auf 27,4 Prozent mehr als verdoppelt.
Davon betroffen sind vor allem Dienstleister (34,6 Prozent) und Industriebetriebe (24,0 Prozent). Cyberdelikte verdrängen damit erstmalig klassische Deliktarten wie Betrug und Einbruchdiebstahl – das schlägt sich auch in der Schadenssumme nieder. Etwa ein Fünftel der Gesamtschäden durch Kriminalität sind auf Angriffe aus dem Internet zurückzuführen. Die Digitalisierung des Verbrechens hat damit die Unternehmen erreicht und verdeutlicht einmal mehr: Wenn Bits & Bytes, dann aber sicher!
Im Zuge des am 14. September stattfindenden IT-Sicherheitstags stellen wir euch heute zwei weitere Berliner IT-Security Start-ups vor. Nachdem uns schon whispeer einen Einblick in sein Ende-zu-Ende verschlüsseltes Kommunikationsnetzwerk geben hat, stellen wir euch heute patronus.io und sopher.io vor. Auch dieses Mal heißt es wieder „wünscht euch was vom Mittelstand“! :-)
Wer steckt hinter patronus.io?
Als erfolgreicher Gründer und Onlineshop-Betreiber ist patronus.io-CEO Matthias Friese mit komplexen Herausforderungen im E-Commerce vertraut und kennt den Stellenwert von Web Security aus erster Hand. CTO Jens Altmann ergänzt dieses Know-how mit über 12 Jahren Erfahrung als Core Developer und IT-Security Researcher, er agiert damit als Schnittstelle zwischen IT-Professionellen und Management. CMO Dominik Wojcik rundet das komplementäre Gründerteam mit der Sicht auf die Marketing-Seite ab.
Eure Geschäftsidee beschrieben in einem Tweet?
Automatisierte Erkennung von Schwachstellen und Schadsoftware in Websites – mit einem Tool, dass speziell auf die Anforderungen von KMUs zugeschnitten ist.
Wie helft Ihr dem Mittelstand?
Cybersecurity ist hochkomplex. Viele Unternehmen wissen nicht, welche ihrer Assets schützenswert sind, oder wo und wie sicher sensible Daten gespeichert sind. Nur intelligente Automatisierung kann KMUs hier entlasten: Kostenintensive und aufwändige Prozesse, wie händisches Penetration Testing, Codeanalyse, Monitoring und Backup, werden automatisiert und laufen als „Software-as-a-Service“-Lösung kontinuierlich im Hintergrund. Dabei wird die Website sowohl auf der Web-Ebene als auch auf der Administrations-Ebene genauestens untersucht. Diese Absicherung agiert als Netz und doppelter Boden gegen Cyberangriffe und ist ohne IT-Wissen bedienbar.
Was wünscht Ihr Euch von mittelständischen (bzw. etablierten) Unternehmen?
Der Mittelstand ist der Motor der deutschen Wirtschaft. Umso erstaunlicher ist es, dass sich mittelständische Unternehmen noch immer für zu klein halten, um Ziel von Cyberangriffen zu werden. Und das in einer Zeit, in der Cybervorfälle in Deutschland auf Platz 1 des jährlichen Rankings für Unternehmensrisiken sind. Wir wünschen uns die Entwicklung eines Bewusstseins dafür, dass Cybersicherheit absolut unerlässlich für Unternehmen jeder Größe ist. Bei Vernachlässigung des Themas drohen nicht nur dramatische Umsatzverluste, sondern ab dem kommenden Jahr bei Datenverlusten auch drakonische Strafen von Seiten der EU (DSGVO). Die Frage ist nicht mehr, ob Unternehmen das Ziel von Cyberangriffen werden, sondern wann – und ob sie darauf vorbereitet sein werden. Prävention ist ein Muss.
Den Staffelstab fürs Interview übernehmen jetzt die drei Gründer von sopher.io…
Wer steckt hinter sopher.io?
Benjamin Michéle, Stefan Sechelmann, und Cornelius Müller sind die Gründer von sopher.io. Ben kommt aus dem IT-Security-Bereich, Stefan ist Mathematiker und Software-Entwickler und Cornelius ist Wirtschaftsingenieur.
Eure Geschäftsidee beschrieben in einem Tweet?
Sopher.io ist die einzige SaaS-Plattform für Teamkommunikation, die Unternehmen volle Kontrolle über ihre Daten und deren Speicherort gibt.
Wie helft Ihr dem Mittelstand?
Wir bieten Unternehmen eine moderne Plattform für die sichere Kommunikation und den Datenaustausch in Teams, sowohl intern als auch mit externen Partnern und Kunden. Herkömmliche Lösungen erfordern entweder den Betrieb einer eigenen IT-Infrastruktur oder aber Vertrauen in Drittanbieter von Cloud-Lösungen.
Gerade für kleinere Unternehmen stellt das aber ein Dilemma dar: Sie haben oft weder die Ressourcen für den sicheren Betrieb einer eigenen IT-Infrastruktur, noch können sie den Verlust sensibler Unternehmensdaten in der Cloud riskieren. Wir lösen dieses Dilemma mit einer modernen SaaS-basierten Kommunikations-Plattform, bei der alle Daten Ende-zu-Ende verschlüsselt sind und der Speicherort der Daten vom Kunden frei festgelegt werden kann. Unternehmen behalten so die Hoheit über Inhalt und Speicherort ihrer Daten, ohne in eigene IT-Infrastruktur investieren zu müssen.
Was wünscht Ihr Euch von mittelständischen (bzw. etablierten) Unternehmen?
Aufgeschlossenheit gegenüber neuen, innovativen Konzepten und eine noch stärkere Sensibilisierung für die Themen IT-Sicherheit und Datenschutz.
Solltet ihr Interesse haben die Jungs von whispeer, patronus.io und sopher.io persönlich kennenzulernen, dann seid gerne am 14. September mit dabei. Anmelden könnt ihr euch unter www.it-sicherheitstag-mittelstand.de. Einen Überblick für weitere Inhalte und Schwerpunkte des Tages findet ihr im aktuellen Programm.
Wenn Bits und Bytes, dann aber sicher! Berliner Start-ups zeigen wie
Der 6. IT-Sicherheitstag Mittelstand am 14.09.2017 bietet Start-ups und Grown-ups eine Informations- und Gesprächsplattform zum Thema IT-Sicherheit. Auf dem Campus Treskowallee der HTW Berlin werden neben Ausführungen zur aktuellen Bedrohungslage für KMU auch Handlungsempfehlungen und Praxistipps für die tägliche Unternehmenssicherheit bereitgestellt.
Schwerpunkte bilden am 14. September die Themen:
Organisation von IT-Sicherheit
Technische Gesichtspunkte der IT-Sicherheit
Cybercrime
Werft einen Blick ins aktuelle Programm und meldet euch hier kostenlos an. Neben Informationen u.a. zur neuen EU-Datenschutzgrundverordnung - die auch euch betrifft - wird es verschiedene Live-Hackings geben. Herzstück der Veranstaltung ist der Ausstellermarkt, der direkte Kontakte zu Grown-ups, Start-ups und Kammern ermöglicht. Vorab haben wir mit patronus.io, whispeer und sopher.io drei Berliner IT-Security-Start-ups gesprochen – alle hatten dabei einen Wunsch frei. Heute erfahrt ihr, was bei whispeer ganz oben auf dem Wunschzettel steht...
Wer steckt hinter whispeer?
Wir sind sechs junge Menschen aus Berlin mit dem Plan, den Datenkraken aus dem In- und Ausland den Kampf anzusagen. Mit unseren Kenntnissen aus den Bereichen Design, Back-End, Kryptographie und BWL versuchen wir, den gängigen Kommunikationslösungen ein sicheres Tool entgegen zu stellen.
Eure Geschäftsidee beschrieben in einem Tweet?
whispeer Business ist ein echt Ende-zu-Ende verschlüsseltes, professionelles Kommunikationsnetzwerk – speziell für KMUs.
Wie helft ihr dem Mittelstand?
Jedes Unternehmen muss kommunizieren, und im Zuge des digitalen Wandels reichen Briefe nicht mehr aus. Dabei den Schritt zu sicherer, digitaler Kommunikation zu gehen und so den Mittelstand vor ungewolltem Wissensabfluss zu schützen, ist unser Ziel.
Was wünscht ihr euch von mittelständischen (bzw. etablierten) Unternehmen?
Insbesondere der rege Austausch ist uns außerordentlich wichtig. Wir brauchen keine Lösung zu entwickeln, die niemandem nützt. Daher wünschen wir uns Anregungen, welche spezifischen Probleme in der Kommunikation bestehen und noch gelöst werden wollen.