GRAVELBIKING//VALBELLUNA
Google Trends bestätigt was ich schon seit einigen Monaten vermute. Gravel Biking wird kein Hype bleiben, sondern als Innovation (in alten Kleidern) sich als eigenständige Radkategorie etablieren. Verfolgt die breite Masse den Hype um das E-Bike, ist Insidern seid längerem wieder klar geworden: Was gibt es Schöneres, als blitzschnell auf einem Gravel-Bike durch die Wälder zu radeln!
Alte Kleider deshalb, denn ganz neu ist das technische Basis-Setup der Gravel Bikes nicht. Die ersten Rennradfahrer konnten kaum auf ein gut ausgebautes und asphaltiertes Straßennetz zurückgreifen und Fahrten auf Schotterpisten und Waldwegen waren daher an der Tagesordnung. Gravelbiking ist sozusagen nahe am eigentlichen Ursprung: Auf dem Rad so schnell als möglich von A nach B zu gelangen und dabei abseits vom motorisiertem Verkehr Frischluft zu tanken.
Gravel-Biking bietet nicht nur der Radindustrie die Möglichkeit mit neuen Produkten die Kundenwünsche anzusprechen, auch Ferienregionen können dieses neue Marktsegment bespielen, denn mit Sicherheit ist die Urlaubserfahrung ein wichtiger Baustein, um diese Form des Radsports in seiner ganzheitlichen Dimension zu erleben.
Am EURAC Institut für Regionalentwicklung arbeiten wir aktuell an der strategischen Entwicklung einer ersten Gravel Destination. Die bellunesische Talschaft Vallbelluna (Gegend zwischen Feltre und Belluno) mit ihrer hügeligen, aber dennoch bergigen Topographie bringt ideale Grundvoraussetzungen mit, um als Gravel Destination das Herz der Community zu gewinnen. Kaum befahrene Sekundärstrassen, Pässe, Forst- und Waldwege und manches Trailstück lassen sich gut kombinieren, um Rad-Highlights wie den Monte Grappa, Passo San Boldo und Praderadego, Lago del Mis und beispielsweise das Hochplateau Alpago zu herausfordernden Tagestouren zu verbinden. Und auch wenn die Valbelluna als Brückenregion die Lagune von Venedig mit der Bergwelt der Dolomiten verbindet und sozusagen der Türoffner Richtung Alpen ist, die Routen in der Valbelluna sind alles andere als Einsteigertouren! Die Steigungen, auf den teils zu militärischen Zwecken gebauten Strassen, sind sportliche Herausforderungen. Bis zu 20% Steigung erfordern Muskelkraft oder E-Power.
Die Feinarbeit an den Routen hat soeben begonnen und Dank der Zusammenarbeit mit dem Team RADPACK von RADRACE konnten in wenigen Tagen über 500 Kilometer des geplanten Routennetzwerkes auf Herz und Naben getestet werden. Die finalen GPX Tracks sind in Ausarbeitung und werden in Kürze online gestellt.
Fazit der ersten Scouting Tage: Valbelluna ist real and wild Italy! Zweifel? Dann geht es hier weiter.
photocredits//radrace














