WriteMeInc ist eine Aufforderung an Schriftsteller_innen, Literatur inklusiver zu gestalten. Aber inwiefern inklusiver?
Literatur handelt großteils von weißen Jungen und Männern, die heterosexuell und cisident sind. Das ist toll – für diejenigen, auf die diese Eigenschaften zutreffen. Für den Rest der Welt bedeutet das aber fehlende Repräsentation!
Fehlende Repräsentation schadet schon jungen Leser_innen, weil sie sich in Geschichten – einem wichtigen Kulturgut – nicht wiedererkennen können. Deren Selbstwertgefühl steigert sich aber, wenn sie sich mit dem_der Protagonist_in wirklich identifizieren können.
Außerdem steigert inklusive Literatur den Respekt vor anderen Gruppen, weil sie schon einmal einen “Einblick” in die Welt der Anderen erfahren haben. Es steigert die Empathie. Mensch lernt, sich in andere hineinzuversetzen. Etwas, was nicht nur junge Menschen oftmals lernen müssen.
Was macht WriteMeInc also, um den Ist-Zustand zu verändern? WriteMeInc würfelt Merkmale zusammen. Die Hauptkategorien sind Aussehen und Selbstzuschreibungen. Unter Aussehen haben wir zum Beispiel Haarfarben, -strukturen und Augenfarben beschrieben und unter Selbstzuschreibungen identitätsstiftende Begriffe: ftm trans*, homosexuell, bigender, pansexuell, polyromantisch.
Aber was gibt es denn noch außer Cis-Identität (Cis-Identität ist die Identität, die sich mit dem in der Geburtsurkunde eingetragenen Geschlecht identifiziert), Heterosexualität und Männlichkeit? Es gibt eine große Vielzahl Geschlechteridentitäten. In "My Gender Workbook" von Kate Bornstein (Routledge Verlag, 1998) schreibt die Autorin, dass sie über 750 Identitäten in einer einzigen Stunde gefunden habe. Die bekanntesten sind natürlich männlich, weiblich und trans*. Daneben gibt es aber auch noch agender, bigender und viele viele andere Begriffe.
Die sexuelle Orientierung betreffend gibt es neben Heterosexualität, zum Beispiel Homosexualität, Bisexualität, Asexualität und so weiter. Darüber hinaus kann noch ganz analog in romantischer Orientierung unterschieden werden: Aromantisch (nicht aromatisch!), biromantisch, usw.
Und natürlich kann neben diesen Selbstbeschreibungen das eigene Ausleben dieser Orientierungen und Identitäten ganz unterschiedlich aussehen. Und natürlich kann sich all sowas ändern. Wie so vieles im Leben ist gerade die eigene Identität etwas, das scheinbar einem ewigen Wandel unterworfen ist.
Aber das im Detail auszutüfteln ist jetzt Sache der Autor_innen.