Ich hätte so gerne jemanden, dem ich spontan schreiben kann, dass ich spazieren und reden will, egal um welche Uhrzeit.
Aber dann geh ich halt wieder alleine raus.

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Ich hätte so gerne jemanden, dem ich spontan schreiben kann, dass ich spazieren und reden will, egal um welche Uhrzeit.
Aber dann geh ich halt wieder alleine raus.
Okay, ich denke ich bin nicht die Einzige, die sich Ringos Antwort in etwa so wünscht:
"Ich werde dir jetzt helfen, damit du nicht mehr an diesen blonden Schnösel denken musst."
Heißer Kuss... Wegschwenken der Kamera...
Leben ist nicht fair. Das war es nie und ich weiß jetzt auch, dass es das nie sein wird. Sowas wie Gerechtigkeit oder Karma ist nur ein Wunschgedanke, eine Idealvorstellung in unseren Köpfen, die unser Dasein erträglicher machen soll. Man sagt, dass jeder Mensch das bekommt, was er verdient und das mag zutreffen, in manchen Fällen, aber nicht in allen. Wie sonst könnte man erklären, dass den besten Menschen so schlimme Dinge widerfahren? Leben ist nicht fair, war es nie, wird es nie sein. Doch was bleibt uns übrig, als das hin zu nehmen, was geschieht und unser Bestes zu geben? Was bleibt uns anderes übrig als unsere Hoffnung in leere Versprechen wie Karma zu legen?
Herzkampf
Just a wishful thought that turned into a ghost. -gs
Ein Szenario, was ich mir wünsche Mit letzter Kraft versuchte ich aufzustehen und der Ansammlung von ebenso fertigen Körpern auf dem Weg Richtung Badezimmer nicht in die Quere zu kommen. Mein Oberkörper setzt sich mit dem Morgenhimmel gleich, wo die Wolken wieder lila scheinen. Das Blut an meinen Knien ist getrocknet. Mein Schweißgeruch wird von der Bierdusche von letzter Nacht übertrumpft. Letzte Nacht - Bei diesen zwei kleinen Worten veränderte sich mein verkrampftes Gesicht in ein glückliches mit breitem Lächeln. Nachdem ich mir Wasser gegen meine Schweißdrüsen klatschte, humpelte ich weiter in Richtung Dachfenster, aus diesem ich, wenn auch mit mehreren Versuchen, hinauskletterte. Aus meiner Arschtasche zog ich eine zusammengequetschte noch leicht feuchte Kippenschachtel. So nahm ich ein zerknittertes stück Tod und steckte sie in meinen Mund. Beim ersten Nikotinzug schwelgte ich erneut in Erinnerungen von letzter Nacht. So konnte ich jeden blauen Fleck einem Gesicht zuordnen, das für diese Erinnerung an mir verantwortlich ist. Der an meinem Unterarm kommt von der Bierflasche, die der vollbärtige Typ an mir verlor, als ich in einem Circlepit gegen ihn gekracht bin. Er half mir hoch, ließ mich aus der Flasche trinken und drückte mich wieder in den Pit hinein. Der Lila Wolkenhimmel an meiner Wade kommt von dem unbeabsichtigten Tritt eines Stubenhockers auf seinem ersten Konzert. Zuerst relativ unbeeindruckt von den um sich schlagenden Menschen, dann aber selbst einer von ihnen. Die Beule an meiner Stirn kommt von dem Versuch auf die Bühne zu kommen, bei welcher sich schon eine kleine Bierfütze sammelte an der ich ausgerutscht bin. Kurz darauf zog mich der Bassist hoch und die Klänge der Band animierten mich dazu zu tanzen… Oder es wie ein Versuch als solches aussehen zu lassen. Eigentlich wollte ich nur ein Bier trinken und dann wurden es irgendwie zwei. Irgendwann lachte ich mehr, als das ich mitzählte. Ich weiß auch nicht wie ich hierher kam, aber die leblos scheinenden Körper in dieser Wohnung sind die Menschen, mit denen ich die letzte Nacht unvergesslich machte. Zumindest bei dem, woran ich mich noch erinnern kann. Irgendwann kam die zweite körperlich fertige Person aufs Dach gestiegen und irgendwann waren wir alle dort. Entgegen der Beschwerden unserer Nachbarn sangen wir mit schiefen Tönen die Texte von letzter Nacht nach und lachten bei jeder Pause. Es ist Samstag, nein halt Sonntag. Jedenfalls ist es ein schöner Tag nach einer schönen Nacht. Ein Szenario, was ich mir wünsche.
Hatte schon Freunde vor dir und hatte auch Freunde nach dir, aber nichts war annähernd so wie unsere Freundschaft. Konnten über unsere größten Ängste reden und uns im nächsten Moment wieder so lange die wildesten Geschichte ausdenken, bis wir vor Lachen nicht mehr reden und kaum noch atmen konnten. Bei dir habe ich mich wohl gefühlt und du dich hoffentlich auch bei mir… Und jetzt? Ein paar Nachrichten im Monat, wenn’s mal hoch kommt. Unsere Wege gehen kontinuierlich weiter auseinander. Es gibt so wahnsinnig viele Situationen, die mich an dich denken lassen. Ich vermisse die Nächte, in denen ich nicht schlafen WOLLTE, weil ich die ganze Nacht mit dir Musik hören, Nintendo DS spielen und reden wollte. Doch jetzt liege ich mal wieder ungewollt schlaflos im Bett und kann mir nur die Erinnerungen im Sinn behalten. Ich vermisse dich. Ich hoffe, dass wir uns irgendwann wieder sehen, dass wir uns umarmen, dass wir uns wieder so gut verstehen wie damals. Wunschgedanken.
Manchmal frage ich mich, ob ich nicht doch adoptiert bin. Und wenn ich dann wieder realisiere, dass das nicht der Fall ist, wünsche ich mir, es wäre so.