5. Juli 2019, aber eigentlich schon seit einigen Jahren
Das Reich der Mitte hält immer wieder Überraschungen für mich bereit
Es gibt Dinge, die gibt es – im Gegensatz zu China – in hiesigen Gefilden einfach nicht. Damit meine ich jetzt nicht fertiggestellte Flughafenneubauten, sondern kleine technische Geräte oder Bauteile. Durch das Internet als Tor zu Welt werden aber die allertollsten Sachen so angeboten, als ob sie nur einen Klick später bei mir seien – bis der Blick auf das Lieferdatum fällt, das weit in der Zukunft liegt.
Oft ist das nicht so schlimm, weil es mitunter nicht darum geht, ein besonderes Teil billiger, sondern überhaupt zu bekommen. Da kann ich auch mal ein paar Wochen warten. (Wie sich weiter unten herausstellt, ging es diesmal doch um den Preis.)
Da ich zudem keine Lust habe, wegen “Elektronikschrott” auf dem Zollamt Schlange zu stehen, bestelle ich immer brav unter der Zollgrenze von derzeit 22 Euro inklusive Versand. Der Totalverlust hielte sich also auch stets in Grenzen. Aber bislang ist alles angekommen. Äh. Soweit ich mich erinnern kann. Hm.
Denn das Problem ist, dass ich schlicht vergesse, dass oder was ich bestellt habe. Heute ist wieder so ein Tag. Vor mir liegt ein grauer Kunststoffumschlag, von dem ich keine Ahnung habe, was er enthält.
Ich öffne ihn und finde darin eine Art Headset mit so einem durchsichtigen Kringelschlauch, den man sich hinters Ohr klemmt. Ich weiß nicht mehr genau, warum ich mir das bestellt habe. Ich finde in meiner ebay-Käufe-Liste, dass ich dafür 3,96 Euro (mit Versand!) bezahlt und ich es am 10. Mai bestellt habe. Der Lieferzeitraum war übrigens mit 27. Mai bis 11. Juli angegeben. Bestimmt kann ich dieses tolle Gerät zusammen mit schwarzem T-Shirt, schwarzer Jacke, Basecap und Cargohose verwenden, um irgendwo als “Security” durchzugehen, bis mir die im Mai gedachte Verwendung wieder einfällt.